Solidarität: Sängerin Peaches dreht für «Pussy Riot» ein Musikvideo

09.08.2012 19:31 Uhr | Aktualisiert 09.08.2012 20:54 Uhr
Die kanadische Sängerin Peaches (l.) beim Musikvideo-Dreh in Berlin (FOTO: DAPD) 
Grellbunte Masken, wild tanzende Menschen: Aus Solidarität mit den Mitgliedern der russischen Punkband "Pussy Riot" hat die kanadische Elektro-Pop-Sängerin Peaches ein Musikvideo gedreht.
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Berlin/Moskau/Dapd/AFP. 

"Ich wollte etwas für sie tun. Mit dem Video kann ich als eine Art Brücke zwischen den Frauen und den Menschen hier wirken", sagte die Sängerin in einem Interview. Das Lied zum Video habe sie erst in den vergangenen Tagen geschrieben.

Laut Organisatoren nahmen am Mittwoch 400 Menschen an der Aktion in Berlin teil, zu der erst vor einigen Tagen in sozialen Netzwerken aufgerufen worden war. Die Polizei zählte nach Angaben einer Sprecherin rund 300 Mitwirkende und Sympathisanten. Gemeinsam mit den spontan erschienenen Aktivisten stürmte Peaches den Mauerpark in Prenzlauer Berg. In Anlehnung an das Video der Musikerinnen von Pussy Riot trugen sie bunte Masken.

Die drei angeklagten jungen Künstlerinnen sitzen seit fünf Monaten in einem Moskauer Gefängnis in Untersuchungshaft. Der 22-jährigen Sängerin Nadeschda Tolokonnikowa sowie der 24-jährigen Maria Alechina und der 29-jährigen Jekaterina Samuzewitsch wird "Rowdytum" vorgeworfen. Sie waren im Februar in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale zum Altar gestürmt und hatten ein "Punkgebet" gerufen.

Mit ihrem Auftritt kurz vor der Präsidentenwahl protestierten sie gegen Russlands heutigen Staatschef Wladimir Putin und kritisierten dessen Beziehungen zur mächtigen russisch-orthodoxen Kirche. Bei der Aktion trugen sie bunte Masken. "Ich habe schon lange darüber nachgedacht, etwas für sie zu tun. Natürlich bin ich nicht die erste, die ein Video für sie dreht", räumte Peaches ein. Aber sie hatte das Gefühl, etwas tun zu müssen. "Ich kannte die drei schon vor der Aktion", unterstrich sie. Den Prozess gegen die Musikerinnen finde sie "lächerlich". Sie befürchte das Schlimmste und habe das Gefühl, die mutigen Frauen "werden in einem Arbeitslager enden".

Nach Einschätzung der Kanadierin, die derzeit in Berlin lebt, ist es aber schon ein kleiner Sieg, dass Nachrichtensprecher in der ganzen Welt inzwischen den Namen "Pussy Riot" in den Mund nehmen müssen. Und so war im Mauerpark an diesem Abend immer wieder der Satz zu hören, der auch zum Titel von Peaches Lied werden soll: "Free Pussy Riot".