János Mecki Kóbor, der Sänger der legendären ungarischen Rockband «Omega». (FOTO: ARCHIV)
Es ist das Jahr der Feiern zum halben Jahrhundert im Rockgeschäft: Die Rolling Stones sind aufgerufen, Bob Dylan, dem der US-Präsident Barack Obama deshalb die Freiheitsmedaille anheften wird. Und Omega, die unverwüstliche Band aus Ungarn, die es zu Zeiten des Eisernen Vorhangs schaffte, in Ost wie West erfolgreich zu sein. In diesem Jahr sind die Musiker wieder auf Tournee, um mit ihren Fans zu feiern.
Seinerzeit sei Ungarn ein bisschen freier gewesen als der Rest des Ostblocks. Und ein freies Land sei es immer noch, aller Diskussionen um die Orban-Regierung zum Trotz. Allerdings eben auch ein kleines Land, das nach 1990 noch eine Weile mit alten Kadern und jüngst besonders mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen habe.
Worin das Geheimnis besteht, so lange durchzuhalten? János Mecki Kóbor, Sänger und Kopf der Kapelle, sagt, neben ihrer stilistischen Breite und Experimentierlust liege das vor allem wohl daran, dass sie damals, als sie aus einer Schülerband hervorgegangen waren, bestimmt nicht von einer solchen Erfolgsgeschichte träumten.
Ein paar Jahre wollten sie freilich schon Musik machen - und hungrig waren sie auch auf den Erfolg: "Ungarischer Meister zu sein, wäre schon gut", hätten sie gedacht, "aber Europa- oder Weltmeister wäre natürlich noch besser".
Seit 1971, nachdem einige Musiker aus der Anfangsformation eine neue Band, Locomotiv GT, gegründet hatten, sind die Omega-Männer in der heutigen Besetzung zusammen, Gründungsmitglied Kóbor ist immer noch dabei. Und auch nach dem Jahresende, wenn die Jubiläumstournee gespielt sein wird, soll noch nicht Schluss sein. So lange sie noch jemand hören mag, sagt Kóbor, würden sie weitermachen.
Er selbst, der auf die Siebzig zugeht, hat keine Probleme damit, das Singen falle ihm immer noch leicht nach all den Jahren. Natürlich hadert er ein wenig mit dem Alter. Aber jung zu fühlen - das bleibt immerhin doch: "Es ist eine Möglichkeit", sagt der Musiker mit leiser Wehmut. Von der merkte man bei Konzerten in den vergangenen Jahren nicht viel. Da krachte es von der Bühne, als sei der Rock'n'Roll wirklich unsterblich.
Und so wollen sie es auch jetzt halten. Zwei Konzerte pro Woche stehen auf dem Plan, jeweils in drei Teilen: Zuerst wird die neue Omega-Sinfonie gespielt, gefolgt von der Rhapsody mit Songs aus den Jahren 1975-1995. Zum Schluss gibt es den Nostalgie-Block. Demnächst ist die Band auch wieder in Deutschland unterwegs, begleitet vom Akademischen Orchester der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Auftritte in Leipzig, Suhl, Dresden und Berlin sind geplant. Ein halbes Jahrhundert muss gefeiert werden.
Omega gastieren am 10. Mai um 20 Uhr, im Gewandhaus Leipzig.