TV-Talk: Schmidt bekommt neue Show auf Sky

02.05.2012 09:08 Uhr | Aktualisiert 02.05.2012 19:38 Uhr
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Harald Schmidt

Man geht niemals so ganz: Harald Schmidt. (FOTO: MICHAEL GOTTSCHALK/DAPD)

Von inge treichel
Bisher schien Harald Schmidts Abschied von Sat.1 auch das vorläufige Ende der Late-Night-Show im deutschen Fernsehen zu bedeuten. Seit Mittwoch steht fest, es geht für den Entertainer im nächsten Herbst nahtlos weiter so wie bisher.
München/dapd. 

Er hat gemeinsam mit seinem Partner Fred Kogel einen neuen Vertrag beim Pay-TV-Sender Sky ausgehandelt. In den Programmen Sky Atlantic HD and Sky Hits / HD wird er drei Mal wöchentlich ab 22.15 Uhr zu sehen sein und rund um die Uhr auf iPhone, iPad, im Internet und auf der Xbox 360 bei "Sky Go" und "Sky Anytime".

Dass Harald Schmidt damit zum Pionier wird für die Verschmelzung des Fernsehens mit dem Internet, ist eine Pointe, galt er doch schon als völlig abgemeldet - und das schon lange bevor ihm Sat.1 Ende März die Rote Karte zeigte.

Der Sender, bei dem er vor 17 Jahren seine einzigartige Karriere als Late-Night-Entertainer startete, hatte ihn erst im September vergangenen Jahres von der ARD zurückgeholt. Zuletzt schalteten aber nur noch 560 000 die Show ein. Heute ist sie zum letzten Mal bei Sat.1 zu sehen. Als Gäste sind der Sat.1-Moderator Ulrich Meyer und die Pianistin Yuja Wang angekündigt. Meyer könnte Schmidts Sendeplatz mit einem Ableger seines Magazins "Akte" übernehmen, wie er dem Medienportal "dwdl.de" sagte.

Sat.1 hatte gehofft, Schmidt würde zu seiner alten Form zurückfinden. Doch im Ersten hatte er auch schon geschwächelt und erst Oliver Pocher, danach ein junges Team aus Katrin Bauerfeind, Jan Böhmermann und anderen zur Unterstützung engagiert. Kritiker warfen ihm Lustlosigkeit bis zur Arbeitsverweigerung vor, und auch die ARD war nicht amüsiert. "Ich habe die Signale verstanden", sagte Schmidt dann, als er nach sieben Jahren im Ersten zu Sat.1 zurückkehrte. "Gut finde ich, dass ich in Zeiten der großen Finanzkrisen in einem börsennotierten Unternehmen wieder anfange. Nicht mehr die undurchsichtige Welt der ARD, sondern die klare Frage: Bist du Dein Geld wert?"

Insider schätzen laut Medienberichten, dass Schmidt vor gut zehn Jahren bei Sat.1 rund 20 Millionen Euro pro Jahr kassiert haben soll - für jede einzelne Show 100 000 Euro, davon soll seine Produktionsfirma Bonito TV jeweils 60 000 und Schmidt persönlich 40 000 erhalten haben.

Der frühere Sat.1-Chef Roger Schawinski sagte, Schmidt sei weder ein Verlustgeschäft noch ein großer Gewinnbringer gewesen. "Aber in Sachen Image war er sensationell gut." Wann Schmidt und Kogel mit Sky Verhandlungen aufnahmen, wollte der Pay-TV-Sender nicht sagen. Kogel deutete nur an, dass es schnell ging: "Meine Gespräche mit Sky und die gemeinsame Vision von Programmqualität haben zu einem schnellen Ergebnis geführt." Die Arbeitsplätze der Mitarbeiter der Produktionsfirma Kogel & Schmidt GmbH scheinen damit gesichert. An dem Konzept der "Harald Schmidt Show" soll sich nach Angaben von Sky im Prinzip nichts ändern.

Schmidts Comeback hat ausgerechnet sein früherer Kompagnon bei "Schmidteinander" (ARD), Herbert Feuerstein, im aktuellen "Spiegel" prophezeit. "Ich bin Atheist. Aber an Schmidts Wiedergeburt glaube ich", sagte der 74-Jährige ehemalige Gagschreiber und Ideengeber von Schmidt.

"Die Harald Schmidt Show ": Mittwoch um 23.15 Uhr auf Sat.1