Unesco-Welterbe: Sachsen setzt auf Hellerau und Notenspur

26.06.2012 19:55 Uhr | Aktualisiert 26.06.2012 20:02 Uhr
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Der sächsische Innenminister Markus Ulbig

Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) informiert am Dienstag in der Kabinettspressekonferenz in Dresden über die Auswahl der neuen sächsischen Kandidaten für das Weltkulturerbe. (FOTO: DPA)

Sachsens Welterbe-Kandidaten stehen fest: Mit der Gartenstadt Hellerau und der Leipziger Notenspur will der Freistaat auf die Liste, mit der sich Deutschland ab 2016 um neue Unesco-Titel bewirbt.
dresden/dpa. 

Das hat das Kabinett am Dienstag in Dresden entschieden. Eine Expertenkommission hatte die beiden Bewerber ausgesucht. "Wir haben unter den guten die besten Kandidaten ausgesucht", sagte Innenminister Markus Ulbig (CDU). Insgesamt gab es zehn Anwärter, darunter auch die Görlitzer Altstadt. Die hat sogar noch eine Chance, auf die Bewerberliste zu kommen: Wird die Leipziger Notenspur auf die Liste für immaterielles Weltkulturerbe aufgenommen, könnte Görlitz nachrücken. Deutschland ist der Unesco-Konvention für das immaterielle Erbe zwar noch nicht beigetreten, das könne aber Ende des Jahres passieren, hieß es. Auf dieser Liste stehen zum Beispiel der argentinische Tango und die Tibetische Oper.

Eine Chance können sich auch noch Torgau mit Schloss Hartenfels und der einst vom Reformator Martin Luther übergebenen Schlosskapelle ausrechnen - und zwar über ein "Huckepack-Verfahren". Denn es gibt bereits ein Weltkulturerbe "Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg". Sachsens Expertenkommission hat vorgeschlagen, Torgau dort mit einzuordnen.

Sachsen wird seine Projekte für die nationale Vorschlagsliste bis zum 1. August an die Kultusministerkonferenz (KMK) weiterleiten. Die KMK wiederum werde über die deutschen Vorschläge im kommenden Jahr, spätestens aber 2014 entscheiden, hieß es. Eine auch international besetzte Expertenkommission werde die Projekte nochmals begutachten, bevor die nationale Liste dann an die Unesco geht.

Unterdessen mahnte die SPD-Poliikerin Eva-Maria Stange, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen. Es gelte, Vertrauen bei den Gremien in Deutschland und bei der Unesco wiederzugewinnen. Nach langen Debatten hatte die Unesco 2009 das Elbtal von ihrer Liste gestrichen. Grund war der Bau der Waldschlößchenbrücke über die Elbe, die nach Ansicht der Weltkulturorganisation das Landschaftsbild zerstört. Ulbig sagte: "Wir haben jetzt die Chance, das Dresden-Trauma zu überwinden."