Unterwasseroper: Sänger gehen in der Elbe auf Tauchstation

09.08.2012 19:31 Uhr | Aktualisiert 09.08.2012 20:58 Uhr
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Mit einer Unterwasseroper in der Elbe will die Sopranistin Claudia Herr künstlerisch an die Jahrhundertflut vor zehn Jahren erinnern. "Noch nie zuvor ist eine Oper in und unter einem fließenden Gewässer aufgeführt worden", sagte die Sängerin im Interview. Die Unterwasseroper "Aquaria Paloa - Das Alter der Welt II" feiert heute in Dresden Weltpremiere.
Dresden/Dapd. 

Besucher können die Aufführung von der Terrasse des Wasserwerks Saloppe verfolgen. Das Stück beginnt um 20 Uhr an Land. Im Laufe der Oper begeben sich die drei Hauptdarsteller mit Atemgeräten unter Wasser. Nahaufnahmen der Darsteller werden mit Kameras auf zwei Leinwände übertragen. Begleitet wird der Gesang von einem Unterwasserschlagwerk sowie mit Trompete, Cello und Tuba an Land. Hinzu kommen die natürlichen Geräusche der Elbe und Bandaufnahmen aus der Antarktis. Auch ein Dampfer wird Teil des Stückes sein.

Die Darsteller bespielen beide Elbufer sowie eine Wasserfläche von etwa drei Fußballfeldern.

Initiatorin Herr will zeigen, dass es nicht still ist unter Wasser. Zu hören seien die speziellen Geräusche der Elbe - das Gluckern der Strömung, das Rauschen der Kieselsteine und die Geräusche der Stadt. "Das Wasser verändert den Klang der Stimme in jedem Gewässer auf eine andere Weise", sagte die Sängerin. Mit eigentlichem Gesang habe das natürlich nicht mehr viel zu tun, gab sie zu: "Meine Stimme hört sich an wie Walgesänge oder wie der Gesang von Sirenen." Unterwasser singt die Mezzosopranistin in ein spezielles Hydrophon. Mit diesen Unterwassermikrofonen haben Forscher in der Antarktis Aufnahmen von Robben gemacht, die im Stück eingespielt werden. Zum zehnten Jahrestag der Jahrhundertflut an der Elbe wurde die Unterwasseroper an den Fluss angepasst. Die Flut habe dem Menschen seine Grenzen aufgezeigt, doch auch die Oper wage sich an eine Grenze, sagte die gebürtige Dresdenerin: "Wir gehen unter Wasser, in eine Welt, die eigentlich menschenfeindlich ist, und machen dort Kunst. Das ist natürlich auch nur durch technische Hilfe möglich."