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Tourismus : Freie Fahrt zur Festscheune

Auf Radweg-Abschnitten zwischen Molau und Sieglitz darf nun geradelt werden. 

Auf Radweg-Abschnitten zwischen Molau und Sieglitz darf nun geradelt werden. 

Foto:

dpa/Symbolbild

Osterfeld/Molau -

Das größte touristische Vorhaben in der Verbandsgemeinde (VG) Wethautal, die gemeinsam mit der VG Droyßiger-Zeitzer Forst in Angriff genommene Umgestaltung der früheren Bahntrasse von Zeitz nach Camburg zum Radweg, nähert sich langsam seinem Ende. Dieses Fazit zog jetzt VG-Bürgermeisterin Kerstin Beckmann gegenüber unserer Zeitung. So können Radfahrer seit Monatsbeginn nun endlich auch auf den Abschnitten 21 und 22, die Molau mit Sieglitz verbinden, ungehindert radeln.

Allerdings gab es in diesem im Sommer 2015 in Angriff genommenen Trassenbereich zwischen dem Eingang erstgenannten Dorfes und der Sieglitzer Festscheune einige Verzögerungen und größere technische Probleme. Denn eigentlich sollten Pedalritter ab 1. November vergangenen Jahres auf diesem Teil des Zuckerbahn-Radwegs, so der offizielle Name der Strecke, radeln können. Und der Meliorations-, Straßen- und Tiefbau Laucha, der den Zuschlag für den Wegebau bekommen hatte, lag mit ihren Arbeiten gut im Plan. Nicht aber eine Leipziger Spezialfirma. Die sollte den sogenannten Wurzelschutz auf der Strecke erledigen, ein Novum beim Bau dieses Radwegs.

Hintergrund: Da in diesem Bereich der Bahnbetrieb schon in den 1960er Jahren eingestellt wurde, hat sich ein Baumbestand entwickelt. Damit die Wurzeln der Bäume nicht den Asphalt des Radweges beschädigen, mussten diese nachträglich mit Hilfe einer Spezialmaschine in dicke Folie gewickelt werden. Diese ungewöhnliche Maßnahme hatte das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (Alff) gefordert, das die Bauarbeiten auf diesem früheren Bahntrassenabschnitt im Rahmen des ländlichen Wegebaus mit Fördermitteln finanziert.

Diese Arbeiten sollten eigentlich bis 31. Oktober 2015 abgeschlossen sein. Doch die Wurzel-Spezialisten, deren Terminplan sowieso schon eng gefasst war, kamen in Zeitverzug. So musste die Verbandsgemeinde mehrfach beim Alff eine Verlängerung des Bewilligungszeitraums beantragen, die letztlich bis Ende Februar gewährt wurde.

Der Wurzelschutz war nämlich wegen der Bodenverhältnisse bautechnisch schwieriger zu bewerkstelligen als gedacht. „Große Schwierigkeiten bereitete ein massives Packlager aus Hartsteinschotter“, so Wethautal-Bauamtsleiterin Evelyne Schwikal auf Nachfrage. „Dort kamen die Fräsmaschinen nicht durch.“ In der Folge wurde nicht, wie ursprünglich geplant, auf den ganzen Abschnitten der Wurzelschutz realisiert, sondern nur in den Bereichen, in denen das technologisch möglich war.

Insgesamt ist der Bereich des Zuckerbahn-Radwegs zwischen Molau und Sieglitz 1925 Meter lang. Wie schon der Abschnitt 17 auf der Eselshöhe, so wurde auch dieser Teil der Strecke auf dem früheren Bahndamm nicht als reiner touristischer Fahrweg gebaut. Bedingung für einer Förderung durch das Alff war, dass er gleichzeitig als landwirtschaftlicher Weg genutzt werden kann.