Basketball: Alles umsonst - Spiel gegen Sri Lanka abgesagt

20.05.2012 19:49 Uhr | Aktualisiert 20.05.2012 22:26 Uhr
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Stefan Thienel zerreißt das Plakat

Stefan Thienel zerreißt das Plakat, Frank Mölzner, Toni Hoffmann und Marcel Löffler (von links nach rechts) die Eintrittskarten. (FOTO: MARCO JUNGHANS)

Von Anke Losack
Das Freundschaftsspiel zwischen Imo Merseburg und der U20-Nationalmannschaft Sri Lankas fällt aus. Der VfB ist machtlos gegen den Verband.
Merseburg/MZ. 

Die Kiste ist randvoll. Voll mit Plakaten und Eintrittskarten. Auf allen steht der 16. Juni. An diesem Tag sollte das Freundschaftsspiel zwischen den Basketballern des VfB Imo Merseburg und der U20-Nationalmannschaft Sri Lankas in der Rischmühlenhalle stattfinden. Nun schaut Basketball-Abteilungsleiter Stefan Thienel frustriert in die Kiste. "Das Spiel fällt aus", sagt er, "der ganze Aufwand war umsonst."

Am vergangenen Mittwoch kam die E-Mail, die Thienel fassungslos macht. Darin steht: "Aufgrund finanzieller Engpässe des Verbandes wird die Basketballtour auf November verschoben." Des weiteren stand darin, dass man es seitens des Asian German Sports Exchange Program, kurz A.G.S.E.P., bedauere, da man wisse, dass die Vereine in Deutschland für das Spiel schon alles geplant hatten. Kein Trost für Thienel: "Ich dachte mir, das kann doch nicht wahr sein." Drei Monate hatte er gemeinsam mit Helfern diese als "Sportevent des Jahres in Merseburg" betitelte Veranstaltung organisiert. Die Stadt wurde mit ins Boot genommen, Sponsoren wurden mobilisiert, Tagesabläufe geplant. Schließlich galt es, insgesamt 19 Personen an drei Tagen in Hotels unterzubringen, zu verköstigen, ihnen etwas von Merseburg zu zeigen. Eine Führung durch dem Dom sollte es geben. Ein Training beim Mitteldeutschen BC stand in Aussicht. "Wir wollten, dass das für alle Beteiligten ein unvergessliches Wochenende wird", sagt Thienel. Nun wird das Scheitern unvergesslich bleiben.

Thienel äußerte in einer E-Mail, die der MZ vorliegt, seinen Unmut über das Vorgehen des Verbandes in Sri Lanka. "Eine Absage wirft ein schlechtes Licht auf alle", steht da unter anderem. Dabei wollte der VfB, nach dem Aufstieg in die Oberliga mit diesem Event den Basketballsport in Merseburg mehr in den Fokus rücken. "Aber es ist ja nicht nur das", sagt Thienel, "es sind ja bereits hohe Kosten entstanden." Wie zum Beispiel für Werbemittel wie Plakate und Krachmacher. Der Kartenvorverkauf war gerade gestartet.

Kai Globig, Management Assistent des A.G.S.E.P. in Deutschland, konnte Thienel in einer weiteren E-Mail nur vertrösten. Er hätte "alle erdenklichen Möglichkeiten ausgenutzt, um die Tour doch wie geplant im Juni stattfinden zu lassen". Doch die Entscheidungsträger in Sri Lanka halten nun am November fest. Das Handeln des Verbandes erklärt Globig mit der Unterschiedlichkeit der europäischen und asiatischen Mentalitäten. Man gehe in Sri Lanka davon aus, dass man ohne weitere Probleme die Tour verschieben könne. Über die Konsequenzen für die deutschen Vereine denke man da nicht nach.

Thienel macht das nur noch frustrierter. Die Wahrscheinlichkeit, dass der VfB Imo Merseburg im November an der Tour teilnehmen wird, beziffert er mit null Prozent. "Zum einen sind wir da mitten in der Oberligasaison, da haben wir jedes Wochenende ein Spiel", sagt er. Zum anderen wolle er das nicht den Sponsoren zumuten. "Wer garantiert uns denn, dass dann im Oktober nicht plötzlich wieder eine E-Mail kommt, in der die Tour verschoben wird? So ein Debakel will ich nicht noch einmal erleben", sagt Thienel. Und so geht es statt in die finale Vorbereitungsphase in den kommenden Tagen darum, all das, was schon organisiert war, rückgängig zu machen.