Benefizlauf: Wo laufen sie denn?

03.08.2012 19:39 Uhr | Aktualisiert 03.08.2012 19:53 Uhr
Simone Bandhauer, Gerlinde Nitzschker, Christine Schwatlo und Thomas Spitzner (v.l.n.r.) waren beim 3. Merseburger Benefizlauf die Rundenchampions. Die drei Damen legten je 31 Runden zurück, Thomas Spitzner mit 63 Stück mehr als doppelt so viel. (FOTO: MARCO JUNGHANS) 
Von Anke Losack
Vier Sportler sorgten für die Bestmarken beim Merseburger Benefizlauf in der Innenstadt. Als Belohnung erhielten sie Ticketgutscheine der Mitteldeutschen Zeitung und können kostenlos Kultur ihrer Wahl genießen.
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Merseburg/MZ. 

Einen Sponsor zu haben, das ist beim Merseburger Benefizlauf Pflicht. Obwohl Thomas Spitzner aus Halle keinen Geldgeber fand, meldete er sich beim Lauf an und informierte Birk Schaper vom Organisationsteam des Lions-Clubs Merseburg darüber. Der Grund, dass Spitzner niemanden fand, der die fünf Euro Startgebühr und je einen Euro pro Runde für ihn zahlen wollte, war einfach: Der 42-Jährige könnte das Budget der Firmen sprengen. "Wenn ich mich an eine Firma gewandt habe, habe ich dazu gesagt, dass ich den Streckenrekord brechen will", sagt der Hallenser. Über 60 Runden wollte Thomas Spitzner also laufen. Und das Versprechen hatte der 42-Jährige auch gehalten - 63 Runden absolvierte er beim 3. Merseburger Benefizlauf. Als Lohn kann er nun kostenlos Kultur seiner Wahl genießen - wie drei Frauen übrigens auch. Die Tickets gab es von der MZ.

Vier Stunden am Stück gelaufen

War mehr möglich? "Ja, vielleicht", sagt Spitzner, "aber die Zeit war abgelaufen. Ich musste aufhören." Von 15 bis 19 Uhr, in dieser Zeit konnten sich Teilnehmer beim Benefizlauf einschreiben, lief der Hallenser ununterbrochen. Probleme, dass jemand das bezahlt, gab es dann auch nicht mehr. Als er sich am 6. Juli beim Lauf einschrieb, hatte er zwei Sponsoren. Zwischen Anmeldung und Einschreiben hatte er einen Freund, der in einer Apotheke arbeitet, überredet, und Birk Schaper vom Lions-Club hatte die Firma Metec GmbH aufgetrieben. Dem Streckenrekord stand also nichts mehr im Wege.

Er hat schon in Halle bei zwei Benefizläufen in diesem Jahr für Streckenrekorde gesorgt, mehr als 120 Runden ist Thomas Spitzner da jeweils gelaufen. "In Halle gingen die Veranstaltungen ja auch von 10 bis 18 Uhr. Dort konnte ich also acht Stunden laufen", sagt er und lacht. Man müsse schon "laufverrückt" sein, wenn man so viel läuft, bestätigt Spitzner. Der studierte Sportmanager sei derzeit arbeitslos, habe also viel Zeit zum Trainieren. Unter anderem betreue er Läufer eines Lauftreffs in Halle. Der Berlin-, München- und eventuell der Münster-Marathon stehen noch auf seinem diesjährigen Laufprogramm, sagt er.

Drei Damen teilen sich Platz eins

Ein ganz so hartes Programm absolvieren Simone Bandhauer (41), Gerlinde Nitzschker (56) und Christine Schwatlo (50) nicht. Sie haben zwei Gemeinsamkeiten: Die drei sind Freizeitsportlerinnen und sie legten beim diesjährigen Merseburger Benefizlauf die gleiche Rundenzahl zurück. 31 Stück, was etwa 23 Kilometern gleichkommt. "Aufgrund der hohen Temperaturen an diesem Tag war es aber ganz schön hart", sagen Schwatlo und Nitzschker, die die Strecke nebeneinander laufend absolviert haben, unisono. Sie hatten sich darum vorgenommen, nach 20 Runden abzuschätzen, ob es noch geht. Und es ging. Dann sei das Ziel nur noch gewesen, mehr Runden als im Vorjahr zu schaffen, da waren es 30. "Wie wir die 31. Runde gelaufen sind, müssen wir ja nicht verraten", sagt Gerlinde Nitzschker. Sie und Christine Schwatlo sind Mitglieder beim SV Braunsbedra. Christine Schwatlo startet für ihren Verein bei einigen Wettkämpfen, unter anderem Kreisranglistenläufen. Einmal die Woche, am liebsten am Sonntagvormittag, geht Gerlinde Nitzschker laufen. "Laufen ist für mich mehr ein Hobby", sagt sie.

Weil sie Spaß am Laufen hat, trifft sich Simone Bandhauer - die im Merseburger Klinikum arbeitet - öfters mit einer Trainingspartner im Merseburger Stadtpark, um dann ein paar Kilometer zurückzulegen. Einmal im Jahr laufe sie einen Halbmarathon und den hat sie nun beim Merseburger Benefizlauf geschafft. Für ihre herausragenden Leistungen haben alle vier Läufer einen Veranstaltungsgutschein der MZ erhalten - nach einem Rennen wird sicherlich Zeit sein, diesen einzulösen.