Klaus Schlothauer, Nils Kühn, Sebastian Lebioda,Torsten Steffan, Jörg Kirbs (vorn, v.l.n.r.), Sascha Nowak und Frank Ramhold (hinten, v.l.n.r.) starten am Samstag für die Hochschule Merseburg beim Firmenteam-Triathlon. (FOTO: PETER WÖLK)
Die Bandage am Knie von Patrick Kelling lässt es erahnen. Der Student von der Fachhochschule (FH) Merseburg ist verletzt. Das beeinflusst zwar keineswegs sein Lern-Engagement an der FH, aber seinen Ehrgeiz bei der Ausübung seines Hobbys: Kelling ist Läufer. "Dabei war ich in diesem Jahr noch besser drauf als im vergangenen", sagt er wehmütig. Wehmut, weil am Samstag ein für ihn immens wichtiger Wettkampf ansteht. Jedoch nicht für ihn allein, sondern für seine Mannschaft. Mit zwei Mitstudenten von der Hochschule, Christian Rösel als Schwimmer und Nils Kühn als Radfahrer, wollte er beim 6. Firmenteam-Triathlon - das Motto: drei Kollegen sind ein Team - am Hassesee in Roßbach starten. Genauer: Ihre Mission dort heißt Titelverteidigung. Noch genauer: Sie wollen den Wanderpokal zum dritten Mal gewinnen, so dass er für immer die Glas-Vitrine in der Hochschule schmückt.
Läufer Kelling hatte im vergangenen Jahr beim 5. Firmenteam-Triathlon für eine Überraschung gesorgt. Als Neuntplatzierten hatte ihn "Kollege" Kühn auf die Sechs-Kilometer-Distanz geschickt, er überholte acht Konkurrenten und seine Mannschaft siegte. Dieses Jahr ist der 20-Jährige nun nicht dabei. Er wird von Michael Windt, einem wie Sascha Nowak sagt, "richtigen Triathleten" vertreten. Und darum ist Nowak, der an der FH die Firmen-Teams managt, positiv gestimmt: "Wir hoffen, dass wir wieder gewinnen - als Ziel setzen wir uns auf jeden Fall das Podium." Doch er weiß auch, dass es von Jahr zu Jahr schwieriger wird: "Die anderen werden immer besser." Beim Sieg im Jahr 2010 hatte das Hochschul-Team noch über vier Minuten Vorsprung auf Rang zwei, 2011 waren es nur noch 30 Sekunden.
Seit 2009 stellt die Hochschule Merseburg Mannschaften beim Firmenteam-Triathlon - mal zwei, mal drei. Nowak war immer dabei und meint, dass das sportliche Niveau von Jahr zu Jahr steigt: "Das sieht man im Fahrradwechselgarten - was die Fahrräder für einen Wert haben - solche hat man nicht im Keller rumstehen."
Doch für den überwiegenden Teil der über 100 gemeldeten Mannschaften steht der Spaß im Vordergrund - so etwa auch für "die Tüftlertruppe" (Mitarbeiter) und "Team Hirnschmalz" (Professoren) der FH. "Wer aber glaubt, wir können hier an der Hochschule auf Anhieb Leute finden, die mitmachen, hat man sich getäuscht", sagt Sascha Nowak. Es bedarf meist Nowaks Überredungskünste.
Diese haben bei Klaus Schlothauer, Professor im Fachbereich Ingenieur- und Naturwissenschaften, geholfen. "Sascha Nowak hat mich angebettelt", sagt der 64-Jährige und lacht. Aber Schlothauer freut sich auf den Wettkampf - denn er startet in seiner Lieblingsdisziplin Laufen: Führender beim Saalekreis-Ranglistenlauf (AK 65), 20 Teilnahmen am Rennsteiglauf, davon 13 Super-Marathon-Teilnahmen über 72, 7 Kilometer. Das sagt alles. "Ich stehe im Training", sagt Schlothauer, der wie zu allen anderen Wettkämpfen auch am Samstag seine Frau mitbringen wird.
Um eine große Fangemeinde am Hassesee vorzufinden, wurden an der Hochschule Rund-Mails verschickt und die "Mission Titelverteidigung" im Hochschul-Magazin veröffentlicht. Denn wenn alles glatt geht, können die Hochschul-Sportler und ihre Fans am Samstag den Sieg feiern.