Christian Arlt (von Naumburg 05), Max Handt (Grana), Paul Holliger (eig. Nachuchs), Benjamin Knaack (HFC II), Philipp Prange (eig. Nachwuchs, v. l.) sind die Neuen beim SVB. (FOTO: P. WÖLK)
Als die Verantwortlichen beim Fußball-Landesligisten SV Braunsbedra ihre Planungen vor der Saison 2011 / 2012 abgeschlossen hatten, waren sie mehr als unsicher. Zahlreichen Abgängen von gestandenen Leistungsträgern standen Zugänge gegenüber, die ihr Landesliga-Niveau erst noch nachweisen mussten. Mehr als den Klassenerhalt hatten sich die Geiseltaler kaum zugetraut. Am Ende war man Sechster geworden. "Diese Platzierung kann man schon als sensationell bezeichnen. Zudem wäre sogar Platz fünf möglich gewesen", resümierte damals der zufriedene Trainer Ulf Schwiecker. In der kommenden Saison sieht es nun beim SVB in vielerlei Hinsicht etwas anders aus. Dies wurde schon beim Trainingsauftakt am Montag deutlich.
Bevor die Spieler zur ersten Laufeinheit auf die Tartanbahn gingen, gab ihnen Schwiecker noch einmal kurz die Richtung für die Saison 2012 / 2013 vor. "Mit einem 23-Mann-Kader sind wir diesmal in der Breite besser aufgestellt. Jeder Spieler muss von der ersten Minute der Vorbereitung an Gas geben", freute er sich. Einen lockeren Seitenhieb bekam auch gleich Philipp Prange ab: "Da müssen einige Kilogramm runter." Und wer den Coach kennt, der weiß, dass das keine leeren Worte waren. Er selbst hatte in der Sommerpause hart für den Verein gearbeitet. Allerdings mehr im organisatorischen Bereich, um einen ordentlichen Spielerkader aufbieten zu können. Und das scheint ihm recht gut gelungen. Den zwei Abgängen von Daniel Fischer und Patrick Gehrmann zum Landesklassen-Aufsteiger SV Beuna stehen fünf Neuverpflichtungen gegenüber. "Fischer und Gehrmann gehörten nicht zum Stamm. Ihr Weggang ist verkraftbar", so der SVB-Trainer.
Bei den Neuzugängen ist zumindest für Braunsbedraer Verhältnisse ein echter Kracher dabei. Mit dem 21-jährigen Benjamin Knaack kam ein Spieler vom Oberliga-Aufsteiger Hallescher FC II. Der gebürtige Zeitzer kickte bis 2003 in seiner Heimatstadt, wechselte dann auf die Sportschule in Halle und zum HFC. Er durchlief dort alle Altersklassen-Teams und wurde zum Stammspieler in der Zweiten. Dem interessierten Fußballfan der Region dürfte er spätestens beim letzten Midewa-Cup in der Merseburger Rischmühlen-Halle aufgefallen sein. Dort wurde er als bester Spieler ausgezeichnet. Der ausgebildete Metallbauer suchte nach Ende der letzten Saison eine neue Herausforderung. "Angebote gab es von einigen Vereinen", bestätigte der Linksfuß. "Da wir arbeitsmäßig im Januar in Kontakt waren, brachte ich auch uns ins Gespräch", erinnerte sich der Braunsbedraer Spieler und Co-Trainer Sven Seemann. "Natürlich war er mir schon im Dezember beim Midewa-Cup aufgefallen", fügte er an. Knaack schaute sich zweimal das Training und auch das Freundschaftsspiel gegen RB Leipzig zum Saisonende an. Bei seiner Entscheidung für die Geiseltaler dürfte mit ausschlaggebend gewesen sein, dass er Nico Dusczynski aus Sportschulzeiten noch gut kannte. "Ich glaube, er passt gut in unser Team, sportlich wie menschlich", ist sich Seemann sicher.
Neben dem Ex-HFC'ler sind auch die anderen vier Neuen der Geiseltaler junge Leute. "Die Erfahrungen im letzten Jahr mit jungen Spielern waren sehr gut", unterstrich Coach Schwiecker. Bei der Frage nach der Zielstellung für das kommende Spieljahr stapelt er aber etwas tief, wenn er meint: "Ein einstelliger Tabellenplatz sollte am Ende zu Buche stehen." Sein Fußball-Abteilungsleiter Mike Quirin wagt sich da schon etwas mehr aus der Deckung: "Rang fünf wäre schön. Jede bessere Platzierung nehmen wir gerne mit." Beim Trainingsauftakt hingen sich die Neuen jedenfalls voll rein.