Fußball: Clubs droht Personalnot

26.07.2012 20:49 Uhr | Aktualisiert 26.07.2012 21:06 Uhr
Drei Querfurter umzingeln den Leunaer Toni Feist. (ARCHIVFOTO: WÖLK) 
Von Heinz Böttger
Mit dem Kreismeister SV Beuna und Schwarz-Weiß Zscherben als Zweiten des Klassements stiegen nach der Saison 2012/2013 zwei Mannschaften aus der Kreisoberliga des Saalekreises in die Fußball-Landesklasse auf.
Drucken per Mail
Merseburg/MZ. 

Mit dem Kreismeister SV Beuna und Schwarz-Weiß Zscherben als Zweiten des Klassements stiegen nach der Saison 2012 / 2013 zwei Mannschaften aus der Kreisoberliga des Saalekreises in die Fußball-Landesklasse auf. Während Zscherben in der kommenden Saison der Staffel vier zugeordnet wurde, treten die Geiseltaler in der Staffel sechs an. Damit sind neben den Beunaern, dem TSV Leuna und dem VfL Querfurt wieder drei Vertreter aus dem Altkreis Merseburg-Querfurt in dieser Staffel vertreten, da sich der SV Merseburg 99 als souveräner Staffelsieger der letzten Saison wieder in Richtung Landesliga verabschiedet hat.

Tabellenzweiter will angreifen

Das Team des TSV Leuna lag mit dem am Ende erreichten zweiten Tabellenplatz am Ende der letzten Saison deutlich über den selbst gesteckten Zielen. "Schließlich ließen wir mit dem 1. FC Weißenfels und dem FC Zeitz zwei Vereine hinter uns, die sich die Meisterschaft als Ziel gesetzt hatten", zeigte sich TSV-Trainer Hans-Peter Schikore mehr als zufrieden. Ein klarer 4:1-Sieg am letzten Spieltag gegen Rot-Weiß Weißenfels hatte die Silbermedaillen gesichert. Die Torschützen Nino Hammerschmidt (3) und Toni Feist zählten in der letzten und sollten auch in der kommenden Spielzeit zu den Stützen der Leunaer Mannschaft zählen. Feist und Christian Sporbert, die vom SV Braunsbedra zum TSV gewechselt waren, waren echte Verstärkungen in einem sich nach Anlaufschwierigkeiten steigerndem Team. "Der in der Breite etwas zu kleine Kader könnte auch in der kommenden Saison nachteilig sein, wenn Spieler durch Verletzungen ausfallen", meint der Coach. Denn die Leunaer haben sich ein ehrgeiziges Ziel gestellt. Sie wollen Staffelsieger werden und den Favoriten aus Zeitz und Weißenfels im Aufstiegskampf ein Bein stellen. "Die Spieler sind selbstbewusst und wissen, dass sie es schaffen können", unterstreicht Schikore. Für den nach Farnstädt gewechselten Joao Pires kam Philipp Vegsö aus der A-Jugend des VfB Imo nach Leuna. "Aber wir führen noch Gespräche, um den Kader aufzustocken", fügt der Trainer an. Dies scheint für die Umsetzung der ehrgeizigen Ziele unumgänglich.

Nicht bis zum Schluss zittern

Der VfL Querfurt hatte sich für die letzte Saison höhere Ziele gesteckt, denn immerhin war man 2010 / 2011 Tabellenachter geworden. Doch über die gesamte Spielzeit gab es für die Quernestädter eine permanenten Abstiegskampf. Zur Winterpause schien die Lage im Kampf um den Klassenerhalt fast schon aussichtslos. Doch der VfL mobilisierte noch einmal alle Kräfte, reaktivierte die Oldies Jörg Otto, Jörn Adelt, Michael Pille und sicherte sich mit einem 2:0-Sieg in Laucha den Klassenverbleib. "Nach der verkorksten Hinrunde hieß es am Ende nur: Ende gut, alles gut", zieht Trainer Jörg Eberlein ein Urteil ohne Euphorie. "Die ist auch im Moment für die kommende Saison noch nicht angebracht", sieht er die Situation nüchtern. Beide Sechser des Teams, Renè Slawinsky (zum 1. FC Weißenfels) und Sven Spitzer (Nebra), verließen den Verein. Auch mit Jörg Otto, der in Leipzig wohnt, kann der Coach nicht mehr planen. Mit Dominik Holzmann (nach Pause wegen Studium, früher Amsdorf), Steven Groß (Osterhausen), Markus Kästner (Sangerhausen II) stehen drei Neue im Kader. "Aber der ist in der Breite definitiv zu klein", unterstreicht Eberlein. Deshalb versuchen die Quernestädter noch zwei Aktive zu gewinnen. Die Gespräche sind laut VfL auf einem guten Weg. Nach Meinung Eberleins dürften vier Teams in der Staffel sechs um den Staffelsieg spielen, alle anderen Mannschaften müssen Punkte gegen den drohenden Abstieg sammeln. "Unser Ziel ist, die Klasse zu halten. Und nicht erst wieder am letzten Spieltag", gibt Eberlein seinen Spielern die Richtung von Beginn an vor. Der Wille ist laut seiner Aussage bei allen Akteuren mit Beginn der Vorbereitung deutlich sichtbar geworden.

Routiniers sollen es richten

Den Aufstieg in die Landesklasse hatten sich Beuna und Zscherben schon drei Spieltage vor dem Ende der letzten Saison gesichert. Zwischen beiden Teams ging es dann nur noch um den Kreismeistertitel. Nachdem die Geiseltaler den direkten Vergleich am vorletzten Spieltag bei Schwarz-Weiß mit 1:2 verloren hatten, schien der Titelkampf entschieden. "Wir hatten kaum noch Hoffnung", gestand Beunas Vizepräsident Jörg Falk. Aber schlielich klappte es doch noch, weil Zscherben am letzten Spieltag in Langeneichstädt patzte.

"Aber das ist Geschichte. Jetzt geht es nur noch um den angestrebten Klassenerhalt in der landesklasse", betont Trainer Axel Gräser. Der Spielerkader ist bekanntlich mit routinierten Akteuren besetzt, die schon beim SV Braunsbedra höherklassig gespielt haben (Andre Schröder, Mario Rützel, Ronny Plewinski, Yves Herrmann) und vor der letzten Saison zum SV Beuna kamen.

Solche Hochkaräter gibt es bei den Neuen vor der kommenden Saison nicht. Mit Robert Maser (aus Leißling), Kevin Meinert (SV 99 II), Daniel Fischer, Patrick Germann (beide Braunsbedra) und Kai Nothaft (Langeneichstädt) wurde zumindest in der Breite , da es keine Abgänge gegeben hat, etwas aufgerüstet. "Als Geheimfavorit, wie vom Weißenfelser Coach Volker Dietrich bezeichnet, sehen wir uns allerdings auf keinen Fall", unterstreicht Gräser aber noch einmal nachdrücklich.