Fußball: Imo siegt im Meisterball

03.06.2012 19:55 Uhr | Aktualisiert 03.06.2012 21:48 Uhr
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Marco Imhof

Nach dem Schlusspfiff gab es bei Trainer Marco Imhof kein Halten mehr. Im Derby ging es zuvor heiß her. (FOTO: PETER WÖLK)

Von Heinz Böttger
Die Merseburger vom VfB IMO übernehmen nach einem 2:1-Erfolg im Spitzenspiel gegen Blau-Weiß Farnstädt die Tabellenführung.
Merseburg/MZ. 

Die endgültige Entscheidung im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga zwischen dem VfB Imo Merseburg und Blau-Weiß Farnstädt hätte schon in der 52. Minute fallen können. Beim Stand von 2:0 entschied Schiedsrichter Christian Wesemann auf Strafstoß für die Gastgeber. Dies allerdings erst nach einem Zeichen seines Assistenten Marcel Theumer. Der hatte ein Foul des Farnstädters Stephan Wille im Strafraum gesehen. Diese Wahrnehmung hatte der Mann an der Linie allerdings exklusiv. Die Ausführung des Elfmeters übernahm Routinier Michel Petrick. Doch den unplatziert getretenen Ball hielt Blau-Weiß-Keeper Maik Sieber sicher. Da die Merseburger auch in der Folgezeit weitere klare Chancen ausließen, waren die drei Punkte nicht vorzeitig im Kasten.

"Wenn wir heute das Derby nicht gewinnen, haben wir den angestrebten Aufstieg auch nicht verdient", legte sich Merseburgs Vorstandsmitglied Frank Sperber vor dem Anpfiff fest. Aber mit Spielbeginn wurde deutlich, dass der VfB Imo wusste, worauf es ankam. Schließlich musste er einen Zwei-Punkte-Rückstand zu den Gästen wettmachen, um die Spitzenposition zu übernehmen. Doch die Westmerseburger überzeugten nicht nur kämpferisch, auch spielerisch übernahmen sie das Kommando vor den rund 250 Fans auf dem Ulmenweg.

Trainer Marco Imhof hatte Felix Hiller in die Spitze beordert, weil Alexander Palme wegen der zuletzt erhaltenen fünften Gelben Karte fehlte. Und diese taktische Maßnahme ging auf. Aber auch auf einigen anderen Schlüsselpositionen setzten die Gastgeber die deutlicheren Akzente. Petrick stieß oft in die Spitze und gewann jedes Kopfballduell. Auf der Sechserposition überzeugte der lange wegen eines Kreuzbandrisses fehlende Christopher Kuckelt mit seiner Giftigkeit. Auch über die Außenpositionen setzte der VfB Imo die Gäste immer wieder unter Druck. So dominierte der VfB Imo die erste Spielhälfte recht eindeutig. Durch das schnelle Pressing der Merseburger kam Blau-Weiß kaum ins Spiel. Lediglich über Sebastian Wille drohte ein wenig Gefahr. Sein Kopfball in der elften Minute war lediglich der Ansatz einer Gästechance. Das sah auf der anderen Seite viel besser aus. Eine platzierte Eingabe von David Kresse, den Hiller bedient hatte, vollendete Petrick in der 21. Minute sicher zum 1:0. Zehn Minuten später bediente Daniel Teichmann mit einem tollen Außenristpass Hiller, der platziert ins lange Eck einschob. Immer öfter brachten die Gastgeber über ihre rechte Seite die Gäste in Verlegenheit. Doch gute Chancen, so von Petrick (35.), Kresse (40.) und Hiller (42.), blieben ungenutzt. "Das war bisher zu wenig. Wir müssen deutlich zulegen", meinte denn auch zur Pause Gästetrainer Thomas Müller. Und dies taten die Farnstädter zumindest in Ansätzen, rückten aber oft zu langsam in die Spitze nach. Die Gastgeber spielten etwas abwartend, vielleicht einen Tick zu viel. Doch die Chancenvorteile lagen weiter auf Seiten des VfB Imo. Ein abgeblockter Kopfball von Christian Heditzsch hätte in der 78. Minute für den Anschluss sorgen können. Aber der fiel erst in der Nachspielzeit, als Keeper Emile Houndjo beim Herauslaufen Heditzsch von den Beinen holte. Aber der vom Gefoulten verwandelte Strafstoß kam zu spät. Wohltuend, dass man sich nach dem Abpfiff auf beiden Seiten einig war.

"Der Sieg des VfB Imo geht vollauf in Ordnung", war nicht nur die Meinung des Blau-Weiß-Vorsitzenden Jochen Conrad. Schon im Jubel dachte Merseburgs Abteilungsleiter Elias Englich an die nächste zu lösende Aufgabe. "Auch beim Nietlebener SV Askania wird es nicht leicht. Wir müssen konzentriert bleiben", mahnte er. Doch der Auftritt seines Teams im Spitzenspiel stimmt optimistisch.