Fußball: Neuzugang Görke ist nicht eingerostet

12.08.2012 19:05 Uhr | Aktualisiert 12.08.2012 20:12 Uhr
Thorsten Görke (rotes Trikot) will die Führungrolle beim VfB Imo Merseburg annehmen. (FOTO: PETER WÖLK) 
Von Anke Losack
Neuzugang Thorsten Görke erzielt beim 3:0-Testspielsieg des Verbandsligisten VfB Imo Merseburg gegen Blau-Weiß Zorbau sein erstes Tor. Dass der 35-Jährige eine Führungsrolle bei den Merseburgern übernehmen wird, war am Samstag deutlich zu sehen.
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Merseburg/MZ. 

Als er kürzlich mit seiner Tochter im Urlaub spielte, habe es im Rücken mal kurz gezwickt, erzählte der 35-jährige Fußballer Thorsten Görke und lachte. Das liege aber weder an seinem Alter, noch daran, dass er vielleicht eingerostet sei. Er habe lediglich vier Wochen in der Sommerpause mit dem Sport kürzergetreten. In welcher körperlichen Verfassung der Neuzugang des Verbandsligisten VfB Imo Merseburg wohl sein möge, fragt man sich aber beim Blick auf Thorsten Görkes Spielerprofil auf der Internetseite transfermarkt.de. Denn dort steht, dass er sein letztes Spiel am 9. Dezember 2011 für den 1. FC Lok Leipzig bestritten und danach seine Karriere beendet habe. "Das stimmt nicht ganz", sagte Görke. Als Kapitän des Oberligisten habe er sich mit dem Trainer überworfen und sei im Einvernehmen mit dem Verein bis zum Vertragsende am 30. Juni in die zweite Mannschaft (Bezirksliga Nord) gewechselt. "Ich habe viermal die Woche trainiert und am Wochenende gespielt. Ich bin also fit", sagte Thorsten Görke.

Die Kapitänsbinde, die er bei Lok verloren hatte, durfte der 35-Jährige aber am Samstag bei seinem Heimspieldebüt und 3:0-Testspielsieg des VfB Imo Merseburg gegen Landesligist Blau-Weiß Zorbau tragen. "Aber bestimmt nur, damit ich etwas in die Mannschaftskasse einzahle", mutmaßte der neue Verteidiger und lachte. Und als Kapitän kam er am Samstag auch gleich in den Genuss, ein Tor erzielen zu dürfen. Als spontan bezeichnete VfB Imo-Trainer Marco Imhof seine Entscheidung, als er nach einer Strafstoßentscheidung von Schiedsrichterin Melanie Göbel, Görke zum Elfmeterpunkt schickte (44. Minute). "Die letzten drei Elfmeter haben wir verschossen. Es war also ein anderer dran", meinte Imhof. Thorsten Görke verwandelte sicher zum 2:0. Sieben Minuten zuvor hatte Jan Freudenberg das 1:0 erzielt.

In der ersten Hälfte lief noch nicht alles nach dem Geschmack des Trainers - aber schließlich sei man in der Vorbereitung, meinte Imhof. Für die zweite Halbzeit hatte er die taktische Marschroute ausgegeben, die Führung souverän zu verwalten - ähnlich wie im Punktspiel. "Sie sollten Ball und Gegner laufen lassen und taktisch klug spielen", sagte Imhof, der mit der Umsetzung dann zufrieden war. Sebastian Schmidt traf in der 85. Minute noch zum 3:0. "Das Ergebnis ist mir nicht so wichtig", meinte Imhof; und da beim Verbandsligisten etwa mit Michel Petrick, Christopher Günther, Felix Hiller und David Quidzinski noch einige Stammkräfte fehlten, auch schwer einzuordnen.

Dass der 35-jährige Thorsten Görke eine Führungsrolle bei den Merseburgern übernehmen und auch annehmen wird, war am Samstag deutlich zu sehen. Er sprach viel mit seinen Mitspielern, gab Tipps und Ratschläge. "Ich bin nicht hier, um abzutrainieren. Wir haben eine gute junge Mannschaft und ich will den jungen Spielern etwas mitgeben. Dafür gebe ich hundert Prozent", sagte Görke.

Ob er auch in der Saison 2012 / 13 beim Verbandsligisten VfB Imo Merseburg die Kapitänsbinde tragen wird, ließ Trainer Marco Imhof am Samstag offen: "Das entscheidet sich am Mittwochabend", sagte der Coach. Dann nämlich wird es einen Mannschaftsabend geben, bei dem sowohl Spielführer als auch Mannschaftsrat bestimmt werden. Mannschaftsrat: Das ist neu beim VfB Imo. "Zu meinen Zeiten in Ammendorf gab es den auch. Es ist eine gute Möglichkeit, in das Team hineinzuhören, denn jeder Spieler darf eine Meinung haben", so Imhof.

Am Dienstag bestreitet der VfB Imo ein weiteres Testspiel. Gegner ist um 18.30 Uhr auf dem Ulmenweg das Landesklasse-Team VfL Halle 96 II.