Merseburg war zielstrebiger als Leuna, gewann daher nicht unverdient. (FOTO: FOTO: WÖLK)
Einen wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg hat der SV Merseburg 99 gemacht. In rassigen 90 Derby-Minuten bezwangen die 99er Verfolger TSV Leuna mit 2:0, berauben dem TSV damit dessen Aufstiegshoffnungen und halten Zeitz weiter mit fünf Punkten auf Distanz.
Umstrittener erster Treffer
Um es vorweg zu nehmen, es war ein emotionsgeladenes Derby mit vielen verbissenen Zweikämpfen. Acht gelbe Karten geben ein Zeugnis davon. Schon in der zweiten Minute kam es zu einer strittigen Szene. Leunas Nino Hammerschmidt wurde laut Empfinden aller TSV-Verantwortlichen mit einem Foulspiel vom Ball getrennt. Der Pfiff blieb aber aus. Die Merseburger spielten schnell weiter. Robby Stucks Flanke kam perfekt in den Lauf von Daniel Rausch, der überlegt mit links den Ball an TSV-Keeper Steve Blauwitz vorbei ins Tor schob.
Dieses frühe Tor spielte dem Tabellenführer der Landesklasse Staffel sechs perfekt in die Karten. Leuna war hingegen stocksauer. Die Hektik auf dem Platz übertrug sich auch an die Seitenlinie, wo es zu Rangeleien kam, bei denen Leunas Co-Trainer Detlef Brose umgestoßen wurde. Schiedsrichter Sebastian Proft beließ es aber bei Ermahnungen.
Wieder beruhigt, spielten die Gäste im Verlauf der ersten Halbzeit gut mit, jedoch war häufig 20 Meter vor dem Tor des SV 99 Endstation. Es war zu erkennen, dass die 99er aus den Fehlern im Defensivverhalten im Pokalfinale gegen Brachstedt die richtigen Konsequenzen gezogen hatten. Die beiden Torjäger des TSV Leuna, Toni Feist und Hammerschmidt, wurden eng und konsequent bewacht. In der 25. Minute hätte David Schrahn freistehend aus zwölf Metern das 2:0 machen müssen, doch Blauwitz im Leunaer Kasten parierte. Besser machte es Schrahn als Vorbereiter. Kurz vor der Pause köpfte Robby Stuck Schrahns Ecke aus fünf Metern über die Linie (42.). Eine nicht unverdiente Führung, da es Leuna an Durchschlagskraft fehlte und die 99er mehr investierten, um sich von der deprimierenden 0:3-Hinspielpleite zu rehabilitieren.
In der zweiten Halbzeit brachte Leuna Joan Carlos Pires für Kevin Degner ins Spiel. Die Offensive wurde dadurch zwar etwas belebt, wirkliche Torgefahr strahlte aber auch Pires nicht aus. Seine einzige nennenswerte Chance landete mit straffem Schuss aus 18 Metern in den Armen von Merseburgs Keeper Stephan Pfennig. Wenn man beim SV 99 an diesem Tag etwas kritisieren wollte, dann die oft unkonzentrierten Abspiele in Überzahlsituationen bei Kontern. Bei einem der wenigen gut vorgetragenen Angriffe verzog Sebastian Schlorf aus 16 Metern knapp (80.).
Ergebniskosmetik durch Slawinsky
Der VfL Querfurt konnte sich und auch Merseburg 99 nicht helfen, verlor 1:4 beim Tabellenzweiten 1. FC Zeitz und steht weiter auf einem Abstiegsplatz. Benjamin Siebert (16.), Lars Lattauschke (42.) und Hans Meier (46.) hatten schon früh alles klar gemacht. René Slawinskys Treffer zum 1:3 in der 51. Minute war letztlich nur Ergebniskosmetik. Daniel Görg stellte mit dem Schlusspfiff das Endergebnis her.