Der Müchelner Stefan Schulz setzt sich kraftvoll am Kreis durch. (FOTO: ARCHIV)
Mit fünf Mannschaften war der Altkreis Merseburg-Querfurt in der abgelaufenen Saison in der Südstaffel der Bezirksliga der Männer vertreten. Meister und Aufsteiger wurde überraschend die zweite Vertretung der SG Spergau.
Nach dem Aufstieg der ersten Männermannschaft in die Oberliga kam Torhüter Holger Kemnitz vor vier Jahren nach Spergau. Der mittlerweile 30-Jährige wechselte vom Regionalligisten HSG Wolfen zum Saalekreis-Vertreter, wurde zu einer Stütze und gehörte zum Team des Landesmeisters der Saison 2009 / 2010. Auch in der abgelaufenen Spielzeit stand er im Tor des Sachsen-Anhalt-Ligisten, fiel aber zwischendurch wegen einer Meniskusverletzung einige Zeit aus. Doch neben seinem Job als Keeper der Ersten war er als Coach der zweiten Spergauer Männervertretung, die in die Bezirksliga aufgestiegen war, äußerst erfolgreich.
Nach dem Ausscheiden von Steffen Schladebach zur Halbserien-Pause fungierte er als verantwortlicher Übungsleiter. "Da wir zu Beginn des Jahres 2012 einige Spieltage Tabellenführer waren, korrigierten wir unsere ursprüngliche Zielstellung Klassenerhalt", erinnert sich Kemnitz. "Sollte sich die Chance auf den Meistertitel ergeben, wollten wir sie nutzen", fügt er an. Und mit einem Sieg am letzten Spieltag gegen die TSG Gymnasium Querfurt (42:29) machte man das Vorhaben wahr. "Die Mischung von Nachwuchs- und erfahrenen Spielern führte zum Erfolg", betont der Trainer. Immerhin haben Gabor Aboczki, Daniel Gruhn und Christian Koblenz schon Oberligaluft geschnuppert. Aber auch mit dem Leistungssprung von Kai Reinhard und Steve Biermann war man in Spergau zufrieden. "Wir sind sicher, dass wir auch die wirtschaftlichen wie sportlichen Anforderungen in der Verbandsliga stemmen können", ist sich Spergaus Abteilungsleiter Roland Herfurth sicher. Und wie geht es mit Holger Kemnitz weiter? "Zunächst als Spielertrainer in der zweiten Mannschaft. Aber bei Bedarf stehe ich auch für das Team der Sachsen-Anhalt-Liga zur Verfügung", ist er optimistisch. Nach einem erfolgreichen operativen Eingriff fühlt er sich wieder fit. Er bleibt also in Spergau ein Mann für alle Fälle.
Bad Lauchstädter im Soll
Ein Garant für viele Siege des VfB Bad Lauchstädt in dieser Saison war Torhüter Andy Klaus, der seiner Mannschaft oft ein großer Rückhalt war. Aber auch Bastian Pohl konnte trotz Verletzung, die zu Ausfällen führte, seine Torgefahr unter Beweis stellen. Mit 156 erzielten Treffern führt er die Torjägerliste an. Mit dem fünften Tabellenplatz erreichten die Goethestädter am Ende ihre Zielvorgabe (5 bis 7). Wenn der VfB nicht die letzten vier Spiele abgegeben hätte, wäre sogar Rang vier möglich gewesen. In dieser Phase und schon im vorherigen Saisonverlauf wurde ein Kardinalproblem deutlich. "Unsere zu dünne Personaldecke bereitete uns immer wieder Sorgen", blickt Übungsleiter Klaus-Jürgen Schönburg zurück. So musste sich der mittlerweile 56-Jährige einige Male selbst einwechseln. Und das sehr erfolgreich. Die beiden letzten entscheidenden VfB-Treffer beim 30:28-Sieg in Klostermansfeld gingen beispielsweise auf sein Konto. Aber ein Wechsel auf die Zukunft ist es sicher nicht.
Für Friesen war mehr möglich
Da mit dem Weißenfelser HV II schon frühzeitig der einzige Absteiger feststand, wurde es für die zweite Vertretung von Friesen Frankleben in Sachen Klassenerhalt nicht mehr eng. "Aber bei vielen knappen Spielausgängen war mehr möglich", blickt Übungsleiter Frank Barnickel zurück. Gefreut hat er sich über die gute Entwicklung des 19-jährigen Torwarttalents Philipp Taric. "Auch auf Rückraumspieler Steve Böhme, der 150 Tore erzielte, konnte ich mich verlassen", fügt der Coach an.
Mücheln verfehlt Zielstellung
"Unser Ziel, Tabellenplatz eins bis vier, haben wir als Sechster im Endklassement nicht erreicht", räumt Peter Storch, Trainer des SV Geiseltal Mücheln, ein. "Aber unsere Verletzungsmisere war einfach zu groß", fügt er an. Nicht nur, dass Torjäger Daniel Tondera und Marcel Demuth länger fehlten, auch Storch musste selbst mit auflaufen. Und dann zog er sich zu allem Überfluss Anfang März im Spiel gegen Queis (20:29) noch eine schwere Verletzung (Achillessehnenriss) zu. "Abhaken, neu aufstellen und nach vorn blicken", nennt er als neue Aktivitäten.
Querfurt sucht die Konstanz
Ihre wohl beste Saisonleistung riefen die Männer der TSG Gymnasium Querfurt am vierten Spieltag im Heimspiel gegen TuS Dieskau beim 31:24-Sieg ab. So kletterten sie zwischenzeitlich sogar auf Rang fünf der Tabelle. "Aber uns fehlte über die Distanz die Kontinuität", räumt TSG-Coach Maik Pfannschmidt ein. Der Einbau der jungen Leute braucht Zeit und Geduld. So ist es nicht verwunderlich, dass die beiden routinierten Rückraumschützen Mathias Bieling und Robert Schuch mit ihren konstanten Leistungen entscheidende Stützen im Team waren. "Die Last der Verantwortung müssen wir in Zukunft auf mehrere Schultern verteilen", zieht Pfannschmidt ein weiteres Fazit.