Kanu-Slalom: Rückkehr der Gold-Jungs

20.07.2012 18:39 Uhr | Aktualisiert 20.07.2012 18:56 Uhr
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Robert Behling und Thomas Becker

Robert Behling (l.) und Thomas Becker freuen sich über Gold und Bronze bei der Weltmeisterschaft. (FOTO: PETER WÖLK)

Von Tilo Krippendorf
Robert Behling und Thomas Becker sind zurück in der Heimat, um den Hals tragen sie je zwei Medaillen. Eine bronzene für die Teamwertung, eine goldene für die Einzelwertung bei der U 23-Weltmeisterschaft im Kanu-Slalom.
Merseburg/MZ. 

Das Lächeln scheint fast eingemeißelt. Robert Behling und Thomas Becker sind zurück in der Heimat, um den Hals tragen sie je zwei Medaillen. Eine bronzene für die Teamwertung, eine goldene für die Einzelwertung bei der U 23-Weltmeisterschaft im Kanu-Slalom.

Am vergangenen Dienstag kamen sie zurück aus dem US-amerikanischen Wausau, einer Kleinstadt in Wisconsin, etwa 400 Kilometer von Chicago entfernt. 13 Tage waren die beiden dort. "Man braucht schon etwas Zeit, allein wegen der Zeitumstellung", sagt Thomas Becker. Ziemlich genau vor zehn Jahren saß er mit Behling das erste Mal in einem Boot, seitdem hätten sich beide prächtig entwickelt, wie Heimtrainer und Vater Hartmut Becker betont.

Am Freitagabend kamen Familie, Freunde, aber auch Vertreter des Vereins MSV Buna-Schkopau und Oberbürgermeister Jens Bühligen sowie Landrat Frank Bannert (beide CDU) an das Ufer neben dem Saalewehr, um die beiden Weltmeister offiziell willkommen zu heißen. "Als Bürgermeister ist man schon stolz, Weltmeister in der Stadt zu haben", so Bühligen. Er hat kurzfristig ein Merseburger Weltmeisterschafts-Banner anfertigen lassen, das nun vorerst an der Kanu-Station hängen bleiben soll.

Während draußen das Wasser am Wehr rauscht, erzählen Becker und Behling vom Amerika-Trip. "Dort war zwar außerhalb des Wettkampfes nicht viel los, aber die Menschen waren alle sehr freundlich", so der 21-jährige Robert Behling. Beim Einkaufen habe man sie beispielsweise ständig gegrüßt und gezeigt, dass die ausländischen Gäste sehr willkommen sind.

Dabei war der Wettkampf in den Vereinigten Staaten für das Duo, zumindest von der Entfernung her, nichts Außergewöhnliches. "Im Februar waren wir erst in Sydney im Trainingslager", so Becker. Dort sei natürlich neben dem Training wesentlich mehr los gewesen als in der amerikanischen Kleinstadt. Neben dem Leistungssport haben die beiden jungen Männer eben, ganz altersgerecht, auch noch andere Interessen.

Nun ist aber erst mal einige Wochen Pause. Doch so ganz werden sie sich auch dann nicht vom Kanusport trennen können. Am Sonnabend geht es nach Augsburg, zum berüchtigten "Eiskanal", einer ehemaligen Kanu-Olympiastrecke. Doch sie fahren nicht zum Paddeln, sondern zum Entspannen dorthin. "Ein paar Freunde von uns feiern dort", freut sich Becker.

Die Schmach, die Olympiaqualifikation für London um Haaresbreite verpasst zu haben, haben die beiden trotz Weltmeistertitels noch nicht ganz überwunden. "Nach dem Sieg in Wausau sagten uns tschechische Kanuten, dass nun eindeutig das falsche Boot nach London fährt", schmunzelt Behling. Doch das nächste große Ziel ist abgesteckt: Rio de Janeiro 2016.