Robert Behling und Thomas Becker (v. l.) bei der EM in voller Aktion. (FOTO: LÖFFLER)
Nach vier Wettkämpfen in Augsburg und Markkleeberg Ende April stand die Entscheidung auch im Zweier-Canadier fest. Das Boot vom MSV Buna Schkopau war den Leipzigern David Schröder und Frank Henze ganz knapp unterlegen. Beide Teams hatten je zwei Rennen gewonnen, nur die bessere Platzziffer im dritten einzubeziehenden Rennen entschied für die Messestädter. "Das war wirklich hauchdünn. Aber Schröder / Henze waren die Glücklicheren", analysiert der Disziplintrainer für die C II, Felix Michel.
"Natürlich waren wir zunächst bitter enttäuscht. Aber wir haben die Zukunft noch vor uns", erinnert sich Thomas Becker. "Im nächsten Olympiazyklus bis Rio de Janeiro wollen wir uns in der Weltspitze etablieren", zeigte sich Robert Behling einige Tage später schon wieder kämpferisch. "Und Optimisten sind wir sowieso", fügt er lachend an. Also nahmen sie die Sache, so wie sie ist.
"Frustbewältigung geht am besten über gute Ergebnisse in Training und den Wettkämpfen," ist er sicher. Viel Zeit zum Trübsal blasen hatten die beiden Merseburger sowieso nicht. Die Europameisterschaft im Augsburg am letzten Wochenende war die nächste anstehende Aufgabe. Und die meisterten sie hervorragend. Nach einer souveränen Qualifikation waren sie mit einem zehnten Platz knapp ins Finale gekommen, weil alle zehn Boote innerhalb einer Differenz von 2,39 Sekunden lagen. Als Erste gestartet fuhren sie voll auf Angriff und schockten viele Konkurrenten. Immerhin hatten sechs Nationen ihre Olympiastarter dabei. Am Ende reichte es hinter den Tschechen Vulf / Stepanek und dem slowakischen Brüderpaar Hochschorner zu EM-Bronze. Damit waren die Merseburger bestes deutsches Boot, da auch Schröder / Henze nicht ins Finale gekommen waren. "Die Leistung von Behling / Becker war toll, auch im Hinblick auf die nächsten Saisonhöhepunkte", bestätigte Michel.
Aus London vom 27. Juli bis zum 2. August - da finden die Kanu-Wettkämpfe bei Olympia statt - wird für Becker / Behling zwar nichts. Aber trotzdem geht es für beide am 28. Mai nach zwei Trainingslagern im letzten Spätherbst erneut in die britische Hauptstadt. Zum Trainingscamp der Olympiateilnehmer reisen auch die Ersatzboote mit. Und der Merseburger Zweier-Canadier gehört dazu. "Aber einen Ausfall wünschen wir unseren Leipziger Sportfreunden keinesfalls", signalisiert Becker sportlich fair.
Nach den folgenden Weltcups in Cardiff (GB), Pau (Frankreich) und La Seu de Urgell (Spanien), die sich anschließen, wartet für Becker / Behling der Saisonhöhepunkt. Sie fliegen in die USA (Wausau), um vom 4. bis 16. Juli an den U 23-Weltmeisterschaften teilzunehmen. "Und da werden sie sich hoffentlich als deutsches Perspektivboot gut in Szene setzen", meint Coach Michel. "Sollten wir beim London-Trip am Monatsende keine Zeit für einen Abstecher in die City finden, dann buchen wir vielleicht mal nach Saisonende eine Kurzreise dorthin", gibt Behling verschmitzt zu Protokoll.