Kreis-, Kinder- und Jugendspiele: Von Tränen und Träumen

16.07.2012 17:23 Uhr | Aktualisiert 16.07.2012 17:56 Uhr
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Lennard Hoffmann

Lennard Hoffmann gehört zu den großen Talenten beim Schachverein Merseburg. (FOTO: WÖLK)

Von Dirk Skrzypczak
Bei den Kreis-, Kinder- und Jugendspiele in Merseburg boten mit 1 688 Athleten in 16 Sportarten und rund 1 500 Zuschauern die komplette Bandbreite der Emotionen. Jubel, Trauer, Tränen: Alles war dabei.
Merseburg/MZ. 

Es war das Bild des Tages. Als nach der Eröffnung der Kreis-, Kinder- und Jugendspiele (KKJS) der kleine Judoka Florian den ersten Kampf in der Brauhausturnhalle in Merseburg bestreiten sollte, vergrub er sich weinend in den Armen seines Vaters - und trat nicht an. Die Spiele mit 1 688 Athleten in 16 Sportarten und rund 1 500 Zuschauern boten die komplette Bandbreite der Emotionen. Jubel, Trauer, Tränen: Alles war dabei. "Wenn man bedenkt, welche immense Arbeit hinter der Organisation steckt und dann das Ergebnis sieht, kann man nur zufrieden sein", sagte Angela Heimbach, die Präsidentin des Kreissportbundes.

Lob kam von Dirk Meyer, dem Vorsitzenden der Sportjugend in Sachsen-Anhalt. "Es gibt nur noch wenige Kreise, die Ereignisse in dieser Form überhaupt noch anbieten. Ich ziehe den Hut auch vor den vielen Ehrenamtlichen, die es schaffen, so viele Teilnehmer und Helfer parallel zum normalen Wettkampfbetrieb zu mobilisieren." Meyer sieht für den Saalekreis dennoch Steigerungspotential. "Es muss das Ziel sein, den Nordkreis noch stärker einzubeziehen."

Dabei gibt es durchaus in manchen Disziplinen schon ein gutes Mischungsverhältnis. "Im Fußball kamen 25 Prozent der Teams aus dem Norden", berichtete die Präsidentin. Auch in der Leichtathletik oder beim Reiten etwa stellten sich Aktive aus dem Alt-Saalkreis bei den Wettkämpfen im Süden vor.

Andere Sportler wie die Judoka hatten sich Gastvereine eingeladen. "Im Kreis sind wir die Einzigen, die Judo anbieten. Für einen Wettkampf reicht das aber nicht", meinte Volker Veit, Vorsitzender des PSV Merseburg. Da aber auch Sportler aus Halle und Weißenfels anreisten, kamen 100 Starter zu den Spielen zusammen.

Dass die "KKJS" attraktiv sind, unterstrich Karl-Heinz Müller vom Schachverein Merseburg: "Hier haben auch jene Kinder eine Chance auf eine Medaille, die sonst nicht im Wettkampfbetrieb spielen. Und wenn man erst einmal eine Medaille hat, will man noch eine. Davon profitiert letztlich der Verein." Lutz Förster, Sportamtsleiter in Merseburg, sieht hingegen die Schulen in der Pflicht. Die Kooperationen zwischen Sportvereinen und den Bildungsstätten müssten sich auch bei den Kinder- und Jugendspielen niederschlagen. Da gebe es noch Luft nach oben.