Sportförderung: Kostenlos ja, aber nicht mehr für alle

24.07.2012 19:07 Uhr | Aktualisiert 24.07.2012 19:44 Uhr
S. Striegel. (FOTO: MZ) 
Von Dirk Skrzypczak
Die Bündnisgrünen im Magdeburger Landtag sprechen sich in der Debatte um das neue Sportfördergesetz in Sachsen-Anhalt für eine Entgeltordnung zur Finanzierung öffentlicher Sportanlagen aus.
Drucken per Mail
Merseburg/MZ. 

Gebühren für die Nutzung von Sportstätten ja, aber dann auch sozialverträglich: Die Bündnisgrünen im Magdeburger Landtag sprechen sich in der Debatte um das neue Sportfördergesetz in Sachsen-Anhalt für eine Entgeltordnung zur Finanzierung öffentlicher Sportanlagen aus. "Wir wollen aber, dass Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit Behinderungen die Sportstätten dauerhaft und kostenfrei nutzen können", erklärt der Merseburger Landtagsabgeordnete Sebastian Striegel in einer Pressemitteilung.

In der Vereinslandschaft regt sich hingegen Widerstand gegen das neue Gesetz, das am 1. Januar 2013 in Kraft treten soll. So soll es Städten und Gemeinden künftig erlaubt sein, die Sportler an den Betriebskosten der Anlagen zu beteiligen. Diesen Passus im Entwurf hat der Kreissportbund (KSB) heftig kritisiert. "Danach ist jeder Verein in seiner Existenz in Gefahr", hatte KSB-Präsidentin Angela Heimbach erklärt.

Striegel hingegen begrüßt, dass die Landesregierung ein neues Sportfördergesetz vorgelegt hat, betont aber auch, dass seine Fraktion selbst eine Reihe von Kritikpunkten vorgebracht und einen Änderungsantrag vorgelegt habe. Der Antrag enthält eine Sozialverträglichkeitsklausel. "Wir streben einen fairen Interessenausgleich zwischen Sportvereinen und Gemeinden an, der die konkreten Verhältnisse vor Ort in den Blick nimmt", so Striegel. Man wolle durch klare Regelungen die mit "erheblichen rechtlichen Unklarheiten behaftete derzeitige Praxis aus der DDR-Sportstättenverordnung " beenden.

Im Saalekreis sind derzeit 26 500 Mitglieder in 253 Vereinen organisiert. Was auf sie ab Januar zukommen könnte, darauf gibt der Gesetzentwurf einen Fingerzeig. Laut Striegel werde der Landtag zügig über das Sportfördergesetz beraten, damit Vereine wie Kommunen Planungssicherheit erhalten. In diesem Prozess soll auch der Sport im Rahmen einer Anhörung beteiligt werden.