Volleyball: CVM ist bereit zum Spielen

01.08.2012 20:39 Uhr | Aktualisiert 01.08.2012 20:49 Uhr
Am Montag ging es für die Piraten zum Fotoshooting noch auf den Spielplatz. Seit Mittwoch sind sie wieder in der Halle, auf dem Spielfeld. (FOTO: JUNGSHANS) 
Von Anke Losack
Die Piraten von Chemie Volley Mitteldeutschland haben mit dem Training begonnen. Ein US-Amerikaner und zwei Österreicher werden noch dazustoßen.
Drucken per Mail
Spergau/MZ. 

Die Mannschaft nimmt Konturen an. So lauten ja gern die Aussagen von Managern oder Trainern, die auf dem Transfermarkt tätig waren und anfangs nur bruchstückhaft über die Leute, die sie verpflichtet haben, reden wollen. Beim Volleyball-Erstligisten Chemie Volley Mitteldeutschland (CVM) hört sich das ein Stück weit medizinischer an. "Wir haben schon ein Herz, eine Seele und einen Kopf", meinen CVM-Manager Rick Wiedersberg und Trainer Matthias Münz unisono. Wobei Münz lachend anfügt, "der Rick" habe den Spruch von ihm abgekupfert. Egal. Denn was beide sagen wollen, ist dasselbe: die Spieler, die für eine erfolgreiche Erstligasaison gebraucht werden, wurden schon verpflichtet - neun Akteure stehen bislang fest.

Unterwäsche für die Spieler?

Und weil die Piraten am Mittwoch mit dem Training loslegen wollten, gab es am Dienstagabend schon mal ein "Get together", also ein "Treffen" - dabei wurde gemütlich beisammen gesessen, gegrillt und geplaudert. Und eine Bestandsaufnahme wurde gemacht: Physiotherapeutin Mandy Anders und Neu-Co-Trainer Jan Kahlenberg steckten die Köpfe zusammen und schrieben eine Liste. "Wir müssen noch ein paar Dinge besorgen, besonders im medizinischen Bereich", sagte Kahlenberg. Mit kontrollierendem Blick auf die angefertigte Liste nahm dann Spieler Florian Völker neben den beiden Platz. Denn die Akteure haben auch ein paar Wünsche. Auf der Liste offenbar nicht gefunden, richtete Völker seine Frage nach Unterwäsche an Manager Wiedersberg. "Du hast wohl keine mehr?", fragte Wiedersberg lachend zurück. Gemeint war Unterwäsche für die Spiele, weil offenbar nicht jeder Akteur, den Innenslip in den Hosen mag. Völker bekäme seine Unterwäsche, sagte Wiedersberg.

Der 1,93 Meter große Zuspieler Florian Völker (21) ist einer der beiden, die laut Manager und Trainer den "Kopf" der Mannschaft darstellen sollen. ",Kopf' heißt, er soll die Mannschaft führen. An die Seite bekommt er dazu noch den Österreicher Oliver Binder, einen international Erfahrenen", meinte Wiedersberg. Oliver Binder und der zweite "Ösi" Philip Ichovsky sind allerdings noch nicht mit bei der Mannschaft. Sie bestreiten mit dem Nationalteam bis 16. September die EM-Qualifikation. Damit Binder und Ichovsky aber schon einmal Kontakt zu ihrer zukünftigen Bundesligamannschaft haben, absolvieren die Piraten vom 13. bis 17. August ihr Trainingslager in Österreich. Etwas später stoße dann jemand ganz Neues dazu, verriet Wiedersberg am Dienstagabend. "Eric Shoji aus Hawaii haben wir verpflichtet", so Wiedersberg. Der 22-Jährige kennt die Bundesliga ein wenig: Sein älterer Bruder Kawika stellte die Berlin Recycling Volleys zur Deutschen Meisterschaft. "Es wird gemutmaßt, dass Eric der neue Libero der USA-Nationalmannschaft wird", sagte der CVM-Manager, der vielleicht noch einmal auf Einkaufstour gehen will, nicht ohne Stolz.

Noch ein ausländischer Akteur?

Die neun Spieler, deren Unterschriften unter den Verträgen trocken sind, sind für eine Bundesligasaison natürlich zu wenig. Ob Christoph Helbig weiter für die Piraten aufschlagen wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. "Dass noch ein ausländischer Spieler dazu kommt, ist sehr wahrscheinlich", sagt der Manager, denn die deutschen Spieler würden wie Fußballer denken, meint Wiedersberg, nämlich nur ans Geld.

Zudem haben die Piraten mit ausländischen Akteuren gute Erfahrungen gemacht. Zu den 106 Erstligaspielen, die der Tscheche Jiri Stolfa für die Piraten absolviert hat, werden weitere dazukommen. Stolfa bleibt, denn er war 106 mal die Zuverlässigkeit in Person, 106 mal der Motivator für das Team auf dem Spielfeld und 106 mal Emotion pur. Wieder da ist der Pole Artur Augustyn, mit dem Münz am Montag ganz viel plauderte. Und so schließt sich der Kreis zu den zwei Teilen des Teams: "Jiri ist die ,Seele' und Artur ist das ,Herz'", sagte Rick Wiedersberg.