Volleyball: Der Ehrgeiz in Person

25.06.2012 20:59 Uhr | Aktualisiert 25.06.2012 21:26 Uhr
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Mannschaft vom TSV 90 Querfurt

Der Siegerpokal blieb für die Mannschaft vom TSV 90 Querfurt am Samstag unerreichbar. Mit einem Sieg gegen den VV Hettstedt (oben) besiegelten sie Platz sieben. (FOTO: WÖLK)

Von ANKE LOSACK
Beim Burgfestpokal zeigte sich das Nachwuchsproblem des TSV 90 Querfurt. Ältere Spieler wie Rolf Kathe helfen aus, sind aber keineswegs unmotivierter.
QUERFURT/MZ. 

Das sah ja wenig motiviert aus, was die Volleyball-Herren des TSV 90 Querfurt am späten Samstagnachmittag auf dem Rasen gegen den VV Hettstedt veranstalteten. Vielleicht mag es daran gelegen haben, dass es für sie nur um den vorletzten Platz beim von ihnen ausgerichteten 33. Burgfest-Pokal ging. Punkt für Punkt stieg dann aber sichtbar ihre Motivation. Die TSV-Herren waren nämlich auf der Gewinnerstraße. Sie wurden dadurch viel emotionaler: Bejubelten gute Szenen, stritten und diskutierten bei nicht gelungenen Angriffen oder Abstimmungsschwierigkeiten. Das zeigte, dass doch auch Ehrgeiz in der Mannschaft steckt.

Und welcher Querfurter Spieler ist am ehrgeizigsten? Da fällt fast immer derselbe Name: Rolf Kathe. Der groß gewachsene, durchtrainierte 65-Jährige leugnete das am Samstag auch nicht. "Je oller, je doller", beschrieb es Martin Lehmann, einer seiner Mitspieler, wohl sehr treffend. Dass der Barnstädter mit seinen 65 Lenzen noch auf dem Volleyballplatz steht - unter anderem auch bei Punktspielen für die TSV-Herren - hat drei Gründe. Erstens, klar, der Spaß. Zweitens, auch klar, der Wille. Drittens, und nicht weniger unbedeutend, das Querfurter Nachwuchsproblem im Volleyball.

Rolf Kathe war der älteste Spieler der TSV-Mannschaft am Samstag. "Die jungen Leute, die bei uns gespielt haben, sind zum Teil weggezogen, wegen der Arbeit - da müssen halt die älteren Spieler immer wieder aushelfen", erzählt Thomas Jäger, Organisator des Burgfestpokals. Da sei der Verein ja froh, dass es noch die "SG Donnerstag" - eine Freizeitmannschaft, die immer donnerstags trainiert und in der vorwiegend ältere Vereinsmitglieder spielen - gibt, die mit ihren Spielern aushelfen kann. Dort spielt Kathe auch. "Gegen die jüngeren Spieler in der Kreisklasse reizt es natürlich mehr. Da ist noch Power dahinter", sagt er. Dort kann er zeigen, dass er noch mithalten kann, körperlich und auch von der Leistung her.

Dass seine Mannschaft am Samstag Vorletzter wurde, sei aufgrund der Altersstruktur abzusehen gewesen. Er freute sich um so mehr über den Dritten Platz der TSV-Damen. "Das ist eine zusammengewürfelte Mannschaft", erklärt der 65-Jährige. Dass ein gestandenes Team wie Blau-Weiß Farnstädt im Spiel um Platz drei besiegt werden konnte, ließ auch Kathe mitjubeln.

Der Blick rund um die Sportstätte mit vier aufgebauten Spielfeldern, ein paar wenigen Zelten der Übernachtungsgäste und 14 teilnehmenden Mannschaften stimmten die Mitglieder des TSV 90 Querfurt am Samstag aber eher traurig. "Was war das mal für ein Turnier", sagte Lehmann, "sonst war so viel los." Die Zahl der Teams hat sich im Vergleich zu 2008 halbiert. Die Querfurter hoffen, dass ihrem Traditionsturnier nicht die Puste ausgeht. Den Ehrgeiz weiter zu machen haben sie nämlich.