Volleyball: Der feine Unterschied

16.02.2012 19:49 Uhr | Aktualisiert 16.02.2012 22:08 Uhr
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Mark Siebeck

Routinier Mark Siebeck bei einem seiner knallharten Aufschläge. (FOTO: WÖLK)

Von Heinz Böttger
Nach der Heimniederlage gegen die Berlin Recycling Volleys müssen die Piraten beim Tabellenführer in Unterhaching Farbe bekennen. Die Ansetzer der Deutschen Volleyball-Liga haben es so gefügt, dass die Männer des CV Mitteldeutschland an den letzten drei Spieltagen in der 1. Bundesliga die großen Drei des deutschen Volleyballs als Gegner gegenüberstehen.
Spergau/MZ. 

Die Ansetzer der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) haben es so gefügt, dass die Männer des CV Mitteldeutschland an den letzten drei Spieltagen in der 1. Bundesliga die großen Drei des deutschen Volleyballs als Gegner gegenüberstehen. Bevor zum Schluss am 25. Februar der Tabellenzweite aus Friedrichshafen nach Spergau kommt, reist der CVM am Sonntag zum Tabellenführer nach Unterhaching. Vor diesen Auftritten absolvierten die Piraten am Mittwoch daheim das Match gegen die Berlin Recycling Volleys, die Dritter des Klassements sind. Und da schlugen sich die Gastgeber trotz des am Ende klaren 0:3 (23:25, 12:25, 22:25) recht beachtlich.

Berlin will Meister werden

"Natürlich sind wir gegen die Großen nur Außenseiter. Ausgehend von ihrem Budget und den Ansprüchen spielen die in einer anderen Liga", nannte schon vor dem Anpfiff des Mittwochspiels CVM-Präsident Peter Kurzawa einen gravierenden Unterschied. So hegen die Berliner Titelambitionen, die sie trotz des derzeitigen dritten Platzes in der laufenden Hauptrunde nicht aufgegeben haben. Zumindest ins Endspiel wollen sie einziehen. Auf dem Weg dahin wollten sie sich natürlich von den Piraten keine Steine in den Weg legen lassen.

Matze Münz überrascht

Zunächst wartete CVM-Chefcoach Matze Münz mit zwei Überraschungen in der Anfangsformation auf. Moritz Brückner rückte für Jiri Stolfa auf die Libero-Position und Florian Völker übernahm von Sebastian Kühner den Job des Zuspielers. Und beide machten ihre Sache überaus gut. Völker wurde sogar zum wertvollsten Spieler gekürt.

Bekanntlich kommt dem Aufschlagspiel im Volleyball eine große Bedeutung zu. "Die Stärke der Berliner auf diesem Gebiet ist uns bekannt. Aber auch hier müssen wir gegenhalten, wenn wir überhaupt eine Chance haben wollen", meinte Co-Trainer Daniel Lang im Vorfeld. Und das gelang bei den Mitteldeutschen Routinier Mark Siebeck recht gut. Insgesamt machten die Gäste neun Aufschlagfehler, während auf das CVM-Konto zehn kamen. Allerdings schlugen die Hauptstädter drei Asse mehr. (6 / 3). Zumal sie in der Breite variabler servierten. Doch im ersten Satz hielten die Gastgeber gut dagegen. Bis zum 19:19 war alles offen. Auch beim 23:24 waren die Piraten auf Tuchfühlung. Schließlich hatte man etwas Pech, als der Ball vom CVM-Block zum Berliner Satzgewinn ins Aus sprang. In Durchgang zwei nahm der Druck der Gäste zu. Ihr Block schien unüberwindlich. Variable Aufschläge, viele kurz gespielte Angriffe über die Mitte und aus dem Hinterfeld ließen den Mitteldeutschen keine Chance (12:25).

Satzgewinn war drin

Aber die fingen sich nach der Pause im dritten Satz wieder und boten dem Favoriten wieder Paroli. Bis zum 20:20 lagen die Piraten zumeist knapp in Front. Erst danach nutzten die Berliner die Fehler der Gastgeber erbarmungslos aus und setzten sich erwartungsgemäß durch. "Ein Satzgewinn war gegen Berlin durchaus drin", war sich Trainer Münz ziemlich sicher.

Große Herausforderung

Kaum war die Begegnung gegen die BR Volleys Geschichte, blickte der Coach bereits nach vorn. "Die Aufgabe am Sonntag beim Tabellenführer Generali Haching wird fast noch schwerer." Ein Grund liegt auch darin, dass die Bayern in der Woche spielfrei waren und natürlich ausgeruhter die Begegnung angehen können. Auch werden sie keine Gastgeschenke verteilen, denn sie brauchen noch einen Sieg, um den ersten Tabellenplatz abzusichern. Schließlich trifft man im ersten Playoffspiel als Erster auf den Tabellenachten. Diesen achten Rang hat im Moment noch der CVM inne. Allerdings liegen Düren und Rottenburg nur zwei Zähler dahinter. "Wenn wir in Unterhaching nicht untergehen wollen, müssen wir eine Leistung wie im ersten Satz gegen die BR Volleys abrufen", ist sich Münz sicher. Und warum sollte dies den Mitteldeutschen nicht gelingen? Das Potential dafür scheint vorhanden.