Volleyball: Nur ein Sieg zählt

12.01.2012 19:41 Uhr | Aktualisiert 12.01.2012 20:04 Uhr
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Peter Mayer am Angriff

Peter Mayer holt zum Angriffsschlag aus. Der 2,04-Meter-Mann ist gegen den TV Rottenburg aber vor allem wieder als Mittelblocker gefragt. (FOTO: PETER WÖLK)

Von Marcus Bräuer
Vor dem Aufeinandertreffen des CV Mitteldeutschland gegen den TV Rottenburg sehen beide Trainer die Erfolgschancen bei 50:50.
Spergau/MZ. 

Was im Fußball das Sechs-Punkte-Spiel ist, ist im Volleyball das Vier-Punkte-Spiel. Als solches kann man die Partie von CV Mitteldeutschland gegen den TV Rottenburg durchaus bezeichnen (19.30 Uhr, Jahrhunderthalle). Rottenburg ist Tabellenneunter, Chemie Volley Zehnter. Beide Teams sammelten vier Siege.

Mehr Selbstsicherheit

Man ist kein Prophet, wenn man mutmaßt: Das Spiel wird eine enge Kiste. Matthias Münz, Trainer bei Chemie Volley Mitteldeutschland, sieht sein Team nicht in der Favoritenrolle. Auch wenn vor heimischem Publikum gespielt wird. "Wenn du auswärts spielst, hast du nicht so einen Druck", sagt Münz. Deshalb pflichtet er seinem Kollegen Hans Peter Müller-Angstenberger auf Rottenburger Seite bei, der sagt: "Die Chancen stehen 50:50."

Das war im Hinspiel noch anders. Da ging der CV, und das kann man so deutlich sagen, unter. 0:3 nach Sätzen, lediglich der dritte Satz konnte lange offen gestaltet werden (27:29) - die Spergauer kamen nicht zurecht. "Das war eine sehr schlechte Leistung", erinnert sich Münz, "da hat Vieles nicht gepasst." Besonders die Annahme sei das Problem gewesen. Da habe sich seine Mannschaft aber gesteigert. "Ich bin guter Dinge, dass wir ein gänzlich anderes Bild abgeben werden, als im Hinspiel", sagt der Trainer.

Münz setzt dabei nicht nur auf den Willen seiner Mannschaft, sich für die Hinspielpleite revanchieren zu wollen. Der Erfolg in Düren letzte Woche hat die Zweifel am gesteckten Ziel Playoffteilnahme erst einmal weggefegt. "Die Spieler sind nicht mehr so angespannt, sie trainieren befreiter und strahlen mehr Selbstsicherheit aus", hat Münz beobachtet. Auch das Umfeld habe sich beruhigt.

Doch dieses Gefühl könnte ganz schnell der Vergangenheit angehören. Eine Niederlage gegen Rottenburg wäre ein herber Rückschlag. "Vier Endspiele", so sagt es Münz, stehen dem CV bevor. Nach dem Rottenburg-Spiel geht es gegen Schlusslicht Bottrop, drei Tage später gegen Gotha. Teams, die geschlagen werden müssen, um die Playoffs zu erreichen. Im Februar rechnet sich Münz noch etwas gegen den TV Bühl aus. Danach geht es aber gegen das Spitzentrio Berlin, Haching und Friedrichshafen. "Bis zu diesen Spielen wollen wir unsere Schäfchen im Trockenen haben", sagt Münz. Heißt: Bis dahin muss der Playoffplatz gesichert sein.

Münz kann aus dem Vollen schöpfen

Logischerweise möchte Hans Peter Müller-Angstenberger seinem Kollegen da einen Strich durch die Rechnung machen. Überheblichkeit aufgrund des deutlichen Hinspielerfolges verbittet er sich aber. "Es sind andere Voraussetzungen. Samstag ist ein Nullpunkt", sagt Müller-Angstenberger. Er hat seiner Mannschaft deutlich gemacht, dass nur ein Sieg zählt. "Auch wir wollen in die Playoffs und mehr Siege als in der Hinrunde", so Rottenburgs Trainer. Die Aussage, wie solle man diese Ziele erreichen, ohne in Spergau zu gewinnen, spart er sich. "Wir müssen dem Druck standhalten. Es gilt, dass wir unsere höchste Leistungsbereitschaft abrufen." Eine Niederlage? "Das wäre eine große Enttäuschung."

Für das Schlüsselspiel bangt Müller-Angstenberger um einige Spieler. "Das sind kleinere Blessuren. Wir müssen sehen, wie sich das bis zum Spiel entwickelt", so der Trainer. Matthias Münz kann hingegen, so sich im letzten Training nicht noch jemand verletzt, aus dem Vollen schöpfen. "Das hat man gern als Trainer", sagt er. Bei einem Vier-Punkte-Spiel kann das mitentscheidend sein.