Volleyball: Warum Playoffs, Herr Wiedersberg?

Uhr | Aktualisiert 29.02.2012 22:03 Uhr
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Rick Wiedersberg

Rick Wiedersberg ist seit den Regionaliga-Zeiten bei den Piraten in Spergau - da hat er noch selbst gespielt und die Aufstiege in die 2. und 1. Bundesliga mit erspielt. Nun ist er der Manager. (FOTO: PETER WÖLK)

Sie wollten die Playoffs, jetzt haben sie sie. Volleyball-Bundesligist CV Mitteldeutschland (CVM) hat am vergangenen Samstag das selbst gestellte Saisonziel erreicht. Aber was bringt die Teilnahme daran überhaupt? Anke Losack fragte bei CVM-Manager Rick Wiedersberg nach.
SPERGAU/MZ. 

Herr Wiedersberg, Ihre Mannschaft spielt in den Playoffs zwei Spiele gegen Spitzenreiter Generali Haching, bekommt wie schon in der Liga zwei 0:3-Klatschen und dann sind die Playoffs für den CV Mitteldeutschland auch schon wieder vorbei. Worin besteht da der Sinn?

Wiedersberg: Durch die Playoff-Teilnahme haben wir auf jeden Fall zwei Spiele mehr als die Mannschaften, die den Einzug nicht geschafft haben. Durch die kurzfristig vor Saisonbeginn abgeschafften Play-Downs haben die anderen Teams ab jetzt frei.

Eine finanzielle Prämie seitens der Deutschen Volleyball-Liga (DVL) gibt es für das Erreichen der Playoffs aber nicht?

Wiedersberg: Nein, es gibt kein Geld.

Die Reise nach Haching, Übernachtung, schnelle Niederlage. Dann haben sie ja mehr Aufwand und Kosten als Nutzen durch die Playoffs.

Wiedersberg: Wir haben ja noch das Heimspiel am 14. März, in dem durch die Zuschauereinnahmen ein bisschen Geld reinkommt. Decken wird es sich womöglich aber nicht. Man sollte aber nicht nur die finanziellen Aspekte betrachten.

Welche denn noch?

Wiedersberg: Man sollte mal die sportlichen Aspekte sehen. Wir haben noch einmal die Chance, uns mit den Besten zu messen. Und unsere Spieler haben die Möglichkeit, sich für die nächste Saison zu empfehlen. Sie spielen also auch um ihre Verträge.

Sie sprechen es an, die Spielerverträge. Angenommen, Sie scheiden Mitte März aus den Playoffs aus. Dann laufen die Verträge der Spieler noch bis zum 30. Juni. Die Spieler bekommen bis dahin Geld, ohne dass sie ein Spiel bestreiten?

Wiedersberg: Nur der Vertrag eines Spielers läuft bis zum 30. Juni. Die anderen haben unterschiedliche Laufzeiten, bis April oder Mai. Wir hätten die Verträge anders gestalten können, hätten wir eher von der Abschaffung der Play-Downs erfahren. Wir haben unsere Verträge mit den Spielern im Juli und August gemacht und Ende August kam die Pressemitteilung der DVL, dass es keine Abstiegsrunde geben wird. Eigentlich war die Abschaffung erst für die kommende Saison vorgesehen.

Das hat Sie also in eine missliche Lage gebracht?

Wiedersberg: Ja klar. Ich denke sogar über rechtliche Konsequenzen nach.

Sie sagten, für Ihre Spieler geht es in den Playoffs auch um ihre Verträge. Wollen Sie die Mannschaft komplett umkrempeln?

Wiedersberg: Was heißt umkrempeln? Es wird massive Einschnitte geben. Davon sollte man ausgehen, wenn man gewisse Ziele erreichen will. Selbst alt eingesessene Spieler könnte es da treffen.

Das klingt nach hartem Durchgreifen.

Wiedersberg: Nein, das nennt man konsequent. Unser Ziel ist es, weiter nach oben zu kommen. Vielleicht mal nicht gegen den Ersten oder Zweiten in der ersten Playoff-Runde zu spielen, sondern gegen den Dritten oder Vierten, gegen den wir dann auch gute Chancen haben, weiterzukommen. Wir trennen uns von Spielern nur, wenn uns die Leistung oder der Anspruch des Spielers nicht genügt.

Mark Siebeck ist 36 Jahre alt, Christian Langer wird demnächst 35 Jahre, Jiri Stolfa ist 34 Jahre. Werden Sie das Team in der kommenden Saison verjüngen?

Wiedersberg: Über zukünftige Verträge haben wir noch nicht gesprochen. Wichtig ist für uns, dass die Qualität stimmt. Und damit meine ich nicht nur die älteren Spieler. Auch bei den noch jungen werden wir entscheiden: Reicht es für die 1. Bundesliga oder nicht?

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