Christoph Helbig (grünes Jersey) trug mit einer starken Leistung entscheidend zum Sieg der Piraten bei. (FOTO: PETER WÖLK)
Großer Jubel am Samstagabend in der Spergauer Jahrhunderthalle. Kurz nach 22 Uhr ließen rund 900 Volleyball-Fans die Spieler und den Trainer des CV Mitteldeutschland hochleben. Mit einem 3:2 (26:28, 25:21, 25.18, 22:25, 15:11)-Sieg über den Tabellenzweiten VfB Friedrichshafen hatten die Piraten praktisch auf der Ziellinie die Konkurrenz noch abgefangen und mit dem Sprung auf den achten Tabellenplatz die Playoffs erreicht. "Es ist schon ein tolles Gefühl , wenn man von den Fans zum Abklatschen gerufen wird", war Cheftrainer Matze Münz sichtlich beeindruckt.
Ein Pirat, der mit einer starken Leistung maßgeblich zum Erfolg seines Teams beigetragen hatte, war beim Jubeln nicht zu sehen. Unmittelbar nachdem der letzte fehlende Punkt erkämpft war, sprang Christoph Helbig ins Auto, um ganz schnell nach Leipzig zu kommen. Dort startete er eine Stunde nach Spielschluss in Richtung Österreich, um an dem im Rahmen seines Sportstudiums erforderlichen Skikurs teilzunehmen. Diesen Kurs hatte er wegen der Verpflichtungen in der Bundesliga schon einige Male verschoben. Nach dem Sieg am Samstag dürfte Helbig die Anforderungen auf der Skipiste noch viel freudvoller angehen. "Vielleicht sollten viel öfters solche knappen Termine anstehen. Offenbar sind die für Christoph besonders leistungsfördernd", frotzelte ein am Ende sichtlich gelöster CVM-Manager Rick Wiedersberg.
Gewiss hatte die Konstellation, dass das letzte Punktspiel der Hauptrunde zwischen zwei Champions League-Partien der Friedrichshafener stattfand, den Mitteldeutschen etwas in die Karten gespielt. Die Gäste vom Bodensee boten in Spergau nämlich nur ihren zweiten Sechser auf, hatten zudem keinen Wechselspieler auf der Bank. "Aber jeder dieser Spieler wäre in fast allen anderen Bundesligisten Stamm", schätzte der zum wertvollsten CVM-Spieler gekürte Mark Siebeck ein. "Auch gegen dieses VfB-Team muss man erstmal gewinnen. Das ist keine Laufkundschaft", meintee Coach Münz .
Der erste Satz nahm einen ausgeglichenen Verlauf. Schon hier zeigten Helbig mit seinen harten Angriffsschlägen und Siebeck mit seiner Variabilität ihre sehr gute Tagesform. In einer spannenden Schlussphase neigte sich die Waage zugunsten der Häfler. Nachdem die Durchgänge zwei und drei an die Gastgeber gegangen waren, zeigte sich der VfB im vierten Satz abgeklärter und erzwang den Entscheidungssatz. Hier lagen die Piraten bereits zum Seitenwechsel mit 8:5 in Front. Als ausgerechnet der zum besten VfB-Spieler gewählte Thomas Jarnoc den letzten Aufschlag ins Netz beförderte, war die Überraschung perfekt und die Play-off-Spiele gegen Tabellenführer Unterhaching gebongt.