MBC-Topscorer Louis Hinnant (links) und Trainer Silvano Poropat. (FOTO: MZ)
Ihr Team, der Mitteldeutsche Basketball Club (MBC), hatte gerade in einer erneut packenden Partie den direkten Wiederaufstieg in die erste Bundesliga perfekt gemacht. Bei den Crailsheim Merlins gewannen die Wölfe das vierte Playoff-Halbfinalduell mit 84:75 und zogen damit ins Endspiel um die Meisterschaft der zweiten Pro-A-Liga ein. Dort trifft der MBC nun am 4. Mai auf den VfL Kirchheim Knights, der die Gloria Giants Düsseldorf mit 3:0 Siegen aus dem Rennen warf. Den Pro-A-Titel will der MBC dann als Zugabe zum Aufstieg holen, damit beim Rückspiel am 6. Mai ab 16.30 Uhr vor heimischen Anhängern eine große Abschlussparty folgen kann.
Trainer Silvano Poropat bekam am meisten von dem kühlen, prickelden Nass ab. Sein Jackett tauschte er schnell - wie alle anderen MBC-Akteure - gegen ein extra angefertigtes schwarzes T-Shirt aus. "Wiederaufstieg 2012 - Die Wölfe sind zurück!", stand darauf in goldenen Buchstaben zu lesen. "Einfach super, wie die Mannschaft das Spiel gewonnen hat. Das war phänomenal. Auch die Unterstützung der Fans war Wahnsinn. Ich danke allen", freute sich der Coach.
Dass sogar im fernen Weißenfels Feuerwerkskörper abgeschossen wurden, brachte Manager Martin Geissler zum Schmunzeln. "Das hört man natürlich gern" sagte er. Mit den rund 80 mitgereisten Fans gab es erst in der Halle eine kleine Siegesfeier. "Auf der Rückfahrt haben wir uns dann noch auf einem Rastplatz getroffen und bei unserer Ankunft in Weißenfels um zirka halb vier Uhr morgens abschließend auf dem Parkplatz der Stadthalle kurz mit den Fans gefeiert, die zeitgleich ankamen" erzählte Geissler.
Zuvor erlebten alle in Crailsheim erneut ein Wechselbad der Gefühle. Wie knapp die Begegnung war, spiegeln die Ergebnisse der ersten drei Viertel wider: 22:22, 19:21 und 20:20. Noch schlimmer für das Nervenkostüm der Weißenfelser: Crailsheim startete nach der Pause mit einem 7:0-Lauf zur 48:43-Führung. Der MBC ließ sich in der kleinen Halle vom ohrenbetäubenden Lärm der rund 1 300 Zuschauern erneut kurzzeitig beeindrucken, und haderte auch mit Schiedsrichterentscheidungen. Den Wölfen unterliefen mehrere Ballverluste und alle eigenen Wurfversuche scheiterten. Die dritte Saison-Niederlage in Crailsheim nach dem 80:100 im Hauptrunden-Match sowie dem 73:85 im zweiten Halbfinale bahnte sich an. "Doch dieses Mal haben die Männer kühlen Kopf bewahrt", schilderte Geissler, der zu keinem Zeitpunkt am Erfolg zweifelte. "Wir sind mit viel Selbstvertrauen angetreten. Die Spieler wollten ein fünftes Spiel mit aller Macht verhindern."
Nach einer MBC-Auszeit baute Crailsheim den Vorsprung zwar noch aus. Center-Spieler Jordan Collins, bis dahin allein aufgrund seiner stattlichen Größe von 2,08 Metern eine sichere Bank unter dem Korb, ließ sich da nach einem gegen ihn gepfiffenen Foul zu einem verbalen Ausraster hinreißen, wofür er technisches Foul kassierte. Die Folge: vier Freiwürfe für Crailsheim zum 51:45 (25. Minute). Nach dem 53:45 erhöhten die Merlins nochmals leicht und hatten beim 61:52 mit neun Zählern die Nase vorn (27.). Phillipp Heyden läutete dann die Aufholjagd ein und binnen 90 Sekunden lagen die Wölfe nach einem 9:0-Lauf wieder mit 63:61 vorn. Im letzten Viertel gönnte der MBC den Gastgebern in den ersten vier Minuten ganze zwei Punkte und zog vorentscheidend auf 70:63 davon (34.). Zwar hatte Ex-Wolf Aaron Cook mit dem 75:84 das letzte Wort, doch mit der Schluss-Sirene gab es bei den Weißenfelser Gästen kein Halten mehr.