Basketball: MBC bezwingt Crailsheim vor heimischer Kulisse

25.04.2012 22:19 Uhr | Aktualisiert 26.04.2012 10:19 Uhr
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Jordan Collins

Mit zwölf Punkten sorgte Jordan Collins vor allem in der Anfangsphase der Partie dafür, dass der MBC immer im Spiel blieb. (FOTO: PETER LISKER)

Von BIRGER ZENTNER
Erneut machte der MBC fast 100 Punkte gegen Crailsheim wie schon am Freitag. Aber es war Mittwochabend ein ganz anderes Spiel als in der ersten Playoff-Halbfinalbegegnung.
WEISSENFELS/MZ. 

Spaß daran, den Favoriten zu ärgern, traf auf leichte Lähmung, die Partie unbedingt gewinnen zu müssen.

Letztlich kam der MBC mit seiner Lähmung etwas besser klar, als Crailsheim mit dem Spaß und gewann nach Verlängerung mit 99:95. Auch dank einer gnadenlos lautstarken Kulisse. Zwar kamen "nur" 1 800 Zuschauer, aber der MBC musste ja mit dem Wochentag an sich und der Champions League konkurrieren.

Insgesamt war die Partie wie ein Krimi. In der ersten Halbzeit wechselte die Führung ständig. Mit 50:47 hatten die Wölfe schließlich die Nasenspitze vorn. Dann machte sich beim MBC der Druck bemerkbar. Im dritten Viertel erzielten die Gastgeber innerhalb von fünf Minuten ganze drei Punkte, fingen sich zwar wieder, aber Crailsheim nutzte die Chance um in Führung zu gehen. 64:65 hieß es vor dem Schlussviertel. Erst in der 33. Minute kam der MBC wieder nach vorn, musste aber den Ausgleich hinnehmen - 83:83. Louis Hinnant zeigte in der Verlängerung jedoch starke Nerven bei Freiwürfen, Arizona Reid punktete und plötzlich hatte der MBC vier Zähler Vorsprung. Als sich dann noch die Crailsheimer Benjamin Lischka und Billy Baptist bei ihren Freiwürfen von den dröhnenden Traversen nervös machen ließen und jeweils nur einmal trafen, hatte der MBC grünes Licht.

Crailsheims Trainer Ingo Enskat haderte aber nicht weiter mit dem Schicksal. "Es war ein toller Playoff-Fight", sagte er. Wölfe-Coach Silvano Poropat pflichtete ihm bei und lobte sein Team für die kämpferische Leistung und dafür, dass es letztlich mit dem Druck umgehen konnte. In Anspielung auf den ersten Vergleich sagte er: "Ob mit 30 oder vier Punkten, das ist egal, Hauptsache gewonnen."

Bis dahin war es aber ein Nervenspiel, weil der MBC viel zu viele Würfe vergab, wofür die Quote von 40 Prozent getroffener Nahdistanzwürfe ein Beleg ist. Drei-Punkte-Würfe traute man sich nach dem Debakel in Crailsheim anfangs kaum zu. Schließlich fanden nur drei von 14 Versuchen ihr Ziel, deutlich zu wenig für einen Aufstiegsanwärter. Von der Nervosität ließ sich sogar ein Arizona Reid anstecken. Aber man hat bei dem Spiel auch gelernt, dass selbst ein nicht wie gewohnt treffsicherer Reid noch immer ein starker Reid ist, wie 20 Punkte beweisen. Und es gibt immer einen, der in die Bresche springen kann wie Whit Holcomb Faye, mit 22 Punkten der Beste im Team und in der Halle.

Am Samstag geht es nun in Crailsheim weiter und notfalls am 1. Mai in einem alles entscheidenden Showdown in der Stadthalle von Weißenfels.