Floorball: Ab nach Schweden

12.07.2012 18:45 Uhr | Aktualisiert 12.07.2012 19:48 Uhr
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Martin Brückner (l.)

Martin Brückner (l.), hier noch als Spieler der ersten Mannschaft 2011 (ARCHIVFOTO: PETER LISKER)

Von Stefan Thomé
Martin Brückner ist immer noch völlig überrascht, was ihm da angeboten wurde. Denn der 27-Jährige wurde ins Land des Rekordweltmeisters Schweden gerufen. Ab dem 1. August ist er Trainer des schwedischen Viertligisten Ingelstad IBK.
Weissenfels/MZ. 

Martin Brückner ist immer noch völlig überrascht, was ihm da angeboten wurde. Dennoch musste der bisherige Floorball-Trainer und Bundesliga-Spieler des UHC Sparkasse Weißenfels eigentlich nur eine Nacht darüber schlafen, um zuzusagen. Denn der 27-Jährige wurde ins Land des Rekordweltmeisters Schweden gerufen. "So eine Riesenchance bekommt man nicht so oft", sagt Brückner. Also packt er zu: Ab dem 1. August ist der Betriebswirtschaftsstudent Trainer des schwedischen Viertligisten Ingelstad IBK (2. Division) und spielender Assistentcoach der zweiten Mannschaft (4. Division / 6. Liga).

"Das Angebot kam bereits im April, mitten in der Playoff-Finalserie von unserem ehemaligen schwedischen Gastspieler Viktor Gustavsson", erzählt Brückner. Das habe er erstmal nur zur Kenntnis genommen, "weil ich mich voll auf die Meisterschaft konzentriert habe". Erst nach dem Titelgewinn unter seiner Regie habe er sich damit beschäftigt. Aber dann ging alles sehr schnell. Brückner unterbreitet das Angebot dem UHC. "Zusammen haben wir nach einer Nachfolge für mich gesucht", schildert Brückner. Die wurde mit dem Finnen Hannu Santanen (29) bereits im Mai gefunden und im Juni unterschrieb der Neuling beim UHC. Brückner sagt, dass er große Unterstützung vom Vorstand erhielt und ihm keine Steine in den Weg gelegt wurden.

Dass sein vorerst auf eine Saison ausgelegtes Gastspiel in Schweden nicht nur für Brückner selbst, sondern eben auch für den Club eine einmalige Gelegenheit ist, erkannte Vereins-Chef Rolf Blanke sofort. "Das ist beinahe sensationell. Wenn ich richtig liege, ist es das erste Mal, dass einen deutschen Trainer der Ruf aus dem Mutterland des Floorballsports ereilt. Da wird auch der UHC von profitieren", sagt Blanke überzeugt. "Martin ist dann hautnah dran und soll mit unserer Unterstützung viele Fortbildungen besuchen." Zudem sei es sehr gut für die Motivation. "Er hat als Spieler und Trainer national ja alles mehrfach gewonnen, was es hier gibt. Da wird es Zeit für etwas Neues", so Blanke. Und das gleiche gilt für die Mannschaft. Es sei wichtig, nun durch einen neuen, professionell erfahrenen Trainer andere Impulse zu erhalten, die Hannu Santanen bis in den Nachwuchs setzen soll.

Für Brückner kommt der Wechsel nicht nur deswegen genau richtig. Denn zusätzlich steht er in seinem Studium vor dem Diplom. Dort beschäftigt er sich ebenfalls mit dem Thema Sport und erstellt eine vergleichende Studie zum Thema "Talentmanagement in Sport und Wirtschaft".

Für sein Auslandsabenteuer nimmt sich der Meistertrainer ein Urlaubssemester. "Die Saison geht bis Ende März, deswegen muss ich nur ein Semester freinehmen, weil sich der Rest mit der vorlesungsfreien Zeit überschneidet", erläutert Brückner. Im Frühjahr 2013 will er erstmal nach Deutschland zurückkehren und das Studium mit dem Diplom abschließen. Dabei liebäugelt er natürlich auch mit der Rückkehr in die Bundesliga - als Spieler und selbstverständlich nur beim UHC. "Deswegen war es auch mein Wunsch, in der Reservemannschaft von Ingelstad mitzuspielen, um fit zu bleiben und neue Erfahrungen zu sammeln."

Das Leistungsniveau der 6. Liga sei in etwa vergleichbar mit einer Zwischenstufe von 1. und 2. Bundesliga. "Die 2. Division hat in etwa das Nivea der deutschen Bundesliga", schätzt Brückner sein neues Aufgabenfeld gleichwertig ein. Allerdings sei die Liga qualitativ stark und sehr ausgeglichen. "Dort spielen unter anderem viele ehemalige Erst- und Zweitliga-Akteure. Für mich ist es absolutes Neuland. Trotzdem ist mein Ziel, unter den zwölf Teams einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zu erreichen", so Brückner.