Floorball: Eine Frage der Kosten

21.05.2012 19:57 Uhr | Aktualisiert 21.05.2012 20:16 Uhr
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Floorball

Den Männern des UHC Weißenfels gelang zum dritten Mal nach 2008, 2009 und 2010 das Meister- und Pokal-Double. (FOTO: STEFANIE DABROWSKI)

Von Stefan Thomé
Es ist nicht nur einmalig in der Vereinsgeschichte, nein die Männer und Frauen des UHC Weißenfels haben sogar deutsche Floorball-Historie geschrieben.
Weissenfels/MZ. 

Beide Mannschaften gewannen nach der deutschen Meisterschaft am vergangenen Wochenende auch den nationalen Pokal. Für Clubchef Rolf Blanke ist dieser bisher einmalige Triumph einmal mehr die Bestätigung für die eigene Vereinsphilosophie. "Ich habe in dieser Saison nahezu alle Spiele der Männer und Frauen gesehen und freue mich über die tolle Entwicklung in beiden Bereichen", sagt Blanke. Beeindruckt habe ihn im Cup-Finalspiel zwischen dem Titelverteidiger Weißenfels und dem amtierenden Vizemeister Wernigerode, wie die Schützlinge von Trainer Martin Brückner mit den anfänglichen Rückständen umgegangen seien. "Unsere Spieler haben sich ein tolles Niveau in allen Belangen erarbeitet. Das gute spielerische, kämpferische, taktische und psychologische Gerüst ist beeindruckend", findet der Vereinspräsident.

Als nächstes steht beim UHC die Entscheidung an, ob und welches Team an der Qualifikation zum Europacup-Finale der Vereinsmannschaften teilnimmt. Frauen und Männer sind startberechtigt. "Natürlich möchten wir das auch alle wahrnehmen", meint Coach Brückner. "Damit beschäftigen wir uns im Vorstand in den nächsten Tagen", sagt Blanke. Das Ganze sei jedoch eine Frage der Kosten. "Das Problem ist die Finanzierung", gibt er offen zu, "und wir wollen unsere Spieler, die ohnehin oftmals schon einen eigenen Anteil beisteuern, nicht noch mehr finanziell belasten."

Allein für Teilnahme an der Qualifikation sind pro Mannschaft rund 1 660 Euro fällig. Dazu kommen laut Ausschreibung des Internationalen Floorballverbandes (IFF) anteilige Schiedsrichterkosten von etwa 900 Euro. Dabei stehen die Spielorte der Vorrunde noch nicht fest, Meldeschluss ist aber bereits der 31. Mai. Das Finale wird vom 10. bis 14. Oktober in Kosice (Slowakei) ausgetragen. Für die Teilnahme daran müssten die UHC-Teams die Qualifikation gewinnen oder gegebenenfalls mindestens Zweiter werden.

Das Hauptaugenmerk liege laut Blanke indes auf dem Nachwuchs. Da hat der Weißenfelser Floorballvater eine klare Vision: "Wenn unsere Sportart in rund zwölf Jahren zu den Olympischen Spielen dabei sein sollte und Deutschland sich dafür qualifiziert, möchte ich, dass der UHC Weißenfels den größten Anteil an Nationalspielern stellt."

Und mit der nachhaltigen Jugendarbeit im UHC, der in der nächsten Saison eine vierte Kindertrainingsgruppe im Vorschulbereich aufmachen wird, sieht Blanke die Weißenfelser Floorballer langfristig gut positioniert. "Schon jetzt gehören U-17-Akteure bei den Herren und Damen zum Bundesliga-Stammkader und dahinter lauern zahlreiche weitere jüngere Talente", schildert Blanke.

Die Jugendlichen spielen nun am kommenden Wochenende beim vereinseigenen Sparkassen-Cup die Hauptrolle, während die Frauen in Heidenau noch die deutsche Kleinfeldmeisterschaft als Zugabe verteidigen wollen.