Fußball: Doppelt bestraft

13.05.2012 19:29 Uhr | Aktualisiert 13.05.2012 22:37 Uhr
Drucken per Mail
Zorbau gegen Nietleben

Zu selten ging Zorbau (weiße Trikots) gegen Nietleben mit vollem Einsatz zur Sache. Das wurde mit dem späten 1:1 bestraft. (FOTO: PETER LISKER)

Von Stefan Thomé und Mike Schütz
Blau-Weiß Zorbau vergibt gegen Abstiegskandidat Nietleben den ersten Matchball zum Klassenerhalt, weil keine eigenen Akzente gesetzt werden.
Zorbau/MZ. 

Die Männer des Fußball-Landesligisten SV Blau-Weiß Zorbau haben sich gleich um den doppelten Lohn gebracht. Denn anstatt eines durchaus möglichen Heimsieges mussten sich die Schützlinge von Trainer Maik Kunze gegen den drittletzten Nietlebener SV mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Besonders bitter: Der Ausgleich fiel in der Nachspielzeit.

Und damit war es um den zuvor bei einem Erfolg in Aussicht gestellten trainingsfreien "Vatertag" am kommenden Donnerstag geschehen. "Da werden wir jetzt wie geplant einen frühe Übungseinheit einlegen", so Kunze, der mit dem Auftreten seines Teams nicht einverstanden war: "Wir haben einfach schlecht gespielt." Doch weitere Konsequenzen, außer dem gestrichenen freien Tag, werde dies nicht haben. "Vier Spieltage vor Schluss stehen wir als Aufsteiger gut da und sind dem Klassenerhalt zum Greifen nahe." Zudem hat Zorbau nach dem eigenen Führungstreffer von Daniel Micenko (33. Minute) 20 Minuten lang eine ordentliche Leistung gezeigt. Aber dann begann Zorbau, den knappen Vorsprung zu verwalten. "Das kann ich ja verstehen, aber das ist gefährlich und wird eben oft bestraft, wenn man wie wir keine eigenen Akzente mehr setzt", so Kunze, der festhielt, dass Nietleben durchaus schon Mitte der zweiten Hälfte zum Ausgleich hätte kommen können.

Der von Kunze befürchtete Rückschlag kam dann ganz am Schluss. Die ersten Zuschauer waren schon am Abmarsch, denn die angezeigte Nachspielzeit war praktisch abgelaufen, als den Hausherren der sicher geglaubte Sieg noch aus den Händen glitt. Bis an die Grundlinie hatte die Zorbauer Abwehr den Nietlebener Angreifer schon abgedrängt, aber dann doch zum Schuss kommen lassen und das Leder klatschte vom Pfosten, an die Latte oder umgekehrt und rein. Selbst einige Nietlebener hatten es zunächst nicht richtig mitbekommen, dass der Ball tatsächlich im Tor war und der Schiedsrichter erst dann abgepfiffen hatte. So wurde die Frage über den vorzeitigen Klassenerhalt buchstäblich in letzter Sekunde vertagt, auch wenn die Chancen für die drei Letztplatzierten mit Nietleben als 14. wohl nur theoretischer Natur sind.

Die Partie an sich hatte auch keinen Sieger verdient gehabt. Es war ein Spiel auf niedrigem Niveau mit einer Unzahl von Fehlpässen, technischen Unzulänglichkeiten und Missverständnissen auf beiden Seiten. Wie einfach es geht, zeigte der Führungstreffer. Thomas Proschwitz hatte das Leder im Mittelfeld erkämpft, Christian Krug gesichert und im richtigen Moment Micenko in die Sturmspitze geschickt. Der behielt Übersicht und Nerven. Leider blieben ähnliche Angriffszüge Mangelware. Zuvor hatte Göhring nach einem guten Konter zu weit über das Tor gezielt und bei einem weiteren Angriff die Flanke hinter den Kasten gesetzt.

Die ersten fünf Minuten des zweiten Durchganges begannen druckvoller, wenn auch noch nicht zwingend für die Hausherren. Glück hatten sie in der 50. Minute. Hein wurde an der Seitenlinie behandelt und Nietleben nutzte die Überzahlsituation zu einem guten Angriff. Zorbau verkrampfte von Minute zu Minute. Die Randhallenser bewiesen indes wie schon im Hinspiel, das sie spielerisch besser sind, als es der Tabellenplatz belegt. Ihre größte Schwäche ist der Abschluss. Zorbaus Tormann Matthias Henze musste nicht ein einziges Mal ernsthaft eingreifen. Die wenigen Schüsse gingen am Kasten vorbei, bis auf das 1:1.