Dass sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft nicht für die Olympischen Spiele in London qualifiziert hat, bringt Peter Kurth derzeit ungeahntes Glück. Kurth ist Ausrichter des Champions-Cups und konnte auch für die diesjährige Auflage seines Turniers wieder hochkarätige Teams gewinnen.
Der Cup findet schon zum zehnten Mal in Mitteldeutschland statt und konnte bislang immer ein starkes Teilnehmerfeld aufweisen. In diesem Jahr, wo drei von vier Vorrunden in Hohenmölsen und Meuselwitz ausgetragen werden, kann sich die Teilnehmerliste, vor allem was deutsche Teams angeht, sehen lassen. So konnte Kurth den EHF-Cupsieger von 2006 und 2010, den TBV Lemgo, gewinnen, der aufgrund überwiegend deutscher Spieler im Team keine Olympiateilnehmer hat. Besonders freuen können sich die Hohenmölsener Handballfans auf die Füchse Berlin, allen voran Torwart Silvio Heinevetter. Dem gelang das Kunststück, den Champions-Cup bislang gleich viermal zu gewinnen. Zweimal mit dem SC Magdeburg, zweimal mit den Füchsen. Die Berliner, in der abgelaufenen Saison unter den letzten vier Mannschaften der Handball-Champions- League, reisen, so Kurth, mit "voller Kapelle" an. Außerdem spielen in Hohenmölsen das französische Pendant zu den Füchsen, Saint Raphael var Handball, die in ihrer Heimat in diesem Jahr überraschend Dritter der Meisterschaft wurden. Und das, obwohl der Verein erst seit sechs Jahren besteht. Hinzu kommen in dieser Gruppe der ungarische Vizemeister Pick Szeged und der Dessau-Roßlauer HV.
In der Parallelgruppe B spielen zeitgleich in Meuselwitz der TBV Lemgo und der Champions-Cup- Sieger von 2011, Chehovski Medwedi aus Russland, der im vergangenen Jahr keinen geringeren als Atletico Madrid im Finale bezwang. Der russische Serienmeister ist nahezu identisch mit der Nationalmannschaft, die ebenfalls nicht an den Olympischen Spielen teilnimmt. Der schwedische Vizemeister von 2012, IK Kristianstad, und der Thüringer Zweitligist THSV Eisenach komplettieren das Teilnehmerfeld.
"Ich glaube, wir haben eine gute Symbiose gefunden. Das sportliche Pech unserer Nationalmannschaft war unser Glück", sagt Peter Kurth, der bewusst auf einige Landesmeister verzichtet hat, die handballtechnisch nicht unbedingt auf ein hohes europäisches Niveau verweisen können, wie es sich Kurth für den Champions-Cup vorstellt. So wurde drei europäischen Landesmeistern abgesagt.