Robert Sauer (am Ball) drehte mit seinen Teamkollegen vom Weißenfelser HV gegen Erdeborn in der Schlussphase voll auf. (FOTO: PETER LISKER)
Torsten Hahn war es am Ende egal, dass sein Team, die Handball-Männer des Weißenfelser HV, in der Verbandsliga-Süd vor dem Kreisrivalen, der SG Saaletal Reichardtswerben / Prittitz, stand. "Das mag einige Fans auf der Tribüne inte-ressieren. Für die Mannschaft und mich spielte es in der ganzen Saison keine Rolle", sagt der WHV-Trainer. Wichtiger seien ihm die positive Entwicklung und der gewachsene Zusammenhalt seiner jungen Männer. Dennoch freute er sich über das eigene erfolgreiche Abschneiden: "Platz sieben und die gute Punktausbeute sindt mehr als erhofft." 2010 / 11 habe man zwar Rang fünf belegt, "aber da haben wir weniger Zähler geholt", betont Hahn. Zudem habe die Liga jedes Jahr ein neues Gesicht, da könne man nur schwer solche direkten Vergleiche anstellen.
Junge Spieler integriert
Zum Abschluss gelang seinen Schützlingen, zu denen er jüngst auch die beiden A-Junioren Hen-drik Taube und Cornelius Lange im Stammkader integrierte, ein 31:30-Heimsieg gegen den sechstplatzierten BSV Fichte Erdeborn. Im Hinspiel hatte Weißenfels noch eine 18:24-Niederlage kassiert. "Es war ein Duell auf Augenhöhe", schätzt Hahn ein. Im ersten Durchgang sei es ständig hin und her gegangen, wobei der WHV einen 8:10-Rückstand nach 20 Minuten bis zur Pause wettmachte (13:13).
"In der zweiten Halbzeit haben wir dann schnell zwei Tore zurückgelegen. Denen sind wir lange hinterhergerannt", schildert Hahn. Es folgte ein Showdown. Immer wieder angetrieben von Tom Knüpfer, welcher mit elf Toren zum besten Werfer avancierte, erarbeitete sich der WHV zahlreiche Chancen. Hahn wechselte zudem den Torwart (52. Minute). Jetzt drehte Weißenfels plötzlich auf. Die gute Physis und Athletik der Mannschaft um Kapitän Björn Weniger kamen zum Tragen. Robert Sauer, David Radam, Lange, Taube und nicht zuletzt Micha Vogt im Tor schafften den Ausgleich (28:28 / 57.). Das war erst der Beginn, der wahrscheinlich drei rasantesten Minuten dieser Saison. Weißenfels zog binnen 120 Sekunden auf 31:28 davon. Die Halle bebte. Selbst der Anschluss von Erdeborn brachte den WHV nicht mehr zum Stolpern.
Starker Auftritt versöhnt
Auch der SG Saaletal gelang ein versöhnlicher Abschluss einer misslungenen Spielzeit. Beim Liga-Schlusslicht, dem TuS Radis II, setzte sich der Vize-Staffelsieger des Vorjahres mit 35:16 durch. Coach Frank Eichardt freute sich vor allem über das Erscheinungsbild auf dem Platz. "Das Auftreten hat mir sehr viel Freude gemacht. Auch wenn sich der Widerstand von Radis in Grenzen hielt, soll das nicht unsere Leistung schmälern", lobte er. Reichardtswerben / Prittitz war aus seiner Sicht aggressiv und habe zu keinem Zeitpunkt nachgelassen. "Wir haben selbst nach dem 14:4-Pausenstand immer weiter nach vorn gespielt und den Ball laufen lassen. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff haben wir überzeugt", befand Eichardt.
Dennoch: Eigentlich hatte die SGS die Meisterschaft und den Aufstieg in die Sachsen-Anhalt-Liga angestrebt. Nach mehreren Rückschlägen verabschiedete sich der Verein allerdings im Laufe der Saison von diesem Ziel. Unterm Strich muss sich die Kombination zwar nun mit Rang acht und dem "Vize-Kreistitel" hinter Weißenfels begnügen, bewies aber zuletzt gegen die Topteams der Liga ihre vorhandenen Fähigkeiten.