Handball: Unter Wert geschlagen

12.06.2012 19:49 Uhr | Aktualisiert 12.06.2012 21:45 Uhr
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Von Matthias Voss
"Wir sind zwar als krasser Außenseiter nach Wolfen gefahren, doch mit etwas Glück hatten wir auf eine Platzierung unter den ersten sechs Mannschaften gehofft", resümierte Doreen Zänker, Trainerin des E-Jugend-Bezirksmeisters SG Saaletal Reichardtswerben/Prittitz.
wolfen/MZ. 

"Wir sind zwar als krasser Außenseiter nach Wolfen gefahren, doch mit etwas Glück hatten wir auf eine Platzierung unter den ersten sechs Mannschaften gehofft", resümierte Doreen Zänker, Trainerin des E-Jugend-Bezirksmeisters SG Saaletal Reichardtswerben / Prittitz nach der Landesmeisterschaft am vergangenen Sonnabend in Wolfen.

Mit hängenden Köpfen waren die Neun- und Zehnjährigen Jungen aus der Sporthalle in Wolfen-Krondorf nach dem verlorenen Spiel um Platz neun geschlichen. Dort, wo der mitteldeutsche Oberligist HSG 2000 Wolfen seine Heimspiele austrägt, verloren die Saaletaler ihr letztes Turnierspiel gegen den BSV Magdeburg deutlich mit 2:10. Aber was heißt: verloren? Abgeschenkt traf es eigentlich besser. Denn in den Gruppenspielen zuvor war viel Substanz im Kampf um einen der ersten Plätze, der für die Endrunde der besten sechs Teams gereicht hätte, nötig.

Fehlende Moral konnte den jungen Spielern dabei überhaupt nicht angekreidet werden. Denn in jedem Spiel gingen die Saaletaler zunächst in Führung. In der ersten Begegnung gegen den Vizemeister der Bezirksliga Nord, Post SV Magdeburg, stand es sogar 3:1. Doch nach insgesamt sieben Pfosten- und Lattentreffern drehte der Mit-Favorit das Spiel zum 4:8, rettete sich gegen aufopferungsvoll kämpfende Saaletaler aber nur zu einem knappen 9:8-Sieg.

Gegen Gastgeber Wolfen nahm die Zänker-Truppe den Schwung mit und siegte sicher und ungefährdet mit 9:7. Dann folgte das entscheidende Spiel gegen die SG Kühnau (später Dritter), das während der gesamten 15 Minuten Spielzeit auf des Messers Schneide stand. Die SG Saaletal führte ständig, Kühnau konnte nur kontern. Beim 11:9 rund anderthalb Minuten vor Schluss winkte bereits vorfristig die Finalrunde, doch Sekunden vor Schluss traf der Vizemeister aus Anhalt zum 12:11 und gewann völlig überraschend doch noch. Dieser Schock saß so tief, dass der Spielwitz und Kampfeswille der ersten drei Spiele ausgerechnet zum Vorrunden-Abschluss gegen den punktlosen Letzten, dem Meister der Bezirksliga West TSG Calbe, fast völlig verloren ging. In diesem Spiel hätte sogar ein Unentschieden gereicht, doch nach dem 6:6 in der achten Minute war die Luft endgültig raus und das Spiel ging mit 8:11 verloren.

"Am Ende fehlte auch die Kraft, da war die Niederlage nur eine logische Folge", sagte Zänker und hatte so ihre Probleme die Kinder noch für ein allerletztes, wenn auch bedeutungsloses Finalspiel zu motivieren. In einer gemeinsamen Auswertungsrunde in der Kabine sprach man sich zwar noch mal Mut zu, aber die Luft war endgültig raus, so dass dann in den Schlussminuten gegen den BSV Magdeburg alle Spieler eingesetzt werden konnten.

"Alles in allem bin ich schon zufrieden, auch wenn man das bei einem zehnten Platz nicht glauben möchte. Wir hatten wirklich in den beiden Partien, die wir mit nur einem Tor verloren hatten, sehr viel Pech, dies ist schon traurig. Wir waren aber zum dritten Mal in Folge hier in Wolfen dabei, was keinem außer uns und dem SC Magdeburg in sportlicher Hinsicht gelungen ist. Dass es nicht mit der erhofften Platzierung geklappt hat, darüber waren die Jungs zu Hause schon wieder hinweg," so Zänker weiter.