André Fischer. (ARCHIVFOTO: PETER LISKER)
Rein rechnerisch war für den Kegel-Verbandsligsten SG Wählitz in der gerade abgelaufenen Saison lange noch der Klassenerhalt drin gewesen. Doch bereits fünf, sechs Spieltage vor Schluss hieß es in den Pressemitteilungen zu den einzelnen Spielen oftmals nur noch "Klassenerhalt kaum noch möglich" oder "das war es dann wohl". Für die Mannschaft um Vereinschef Thomas Weber gab es früh in der Saison einen personellen Rückschlag, "den sie nie verdaut hat", so Weber.
Die Sprache ist von André Fischer, der sich nach sechs erfolgreichen Ligaduellen an der Schulter verletzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt lag der ehemalige Dritt-Bundesligist Wählitz noch aussichtsreich auf dem dritten Platz der Verbandsliga, führte nach dem dritten Spieltag sogar die Tabelle an. Denn mit Fischer gab es in vier Heimpartien vier Siege. Lediglich die beiden Auswärtsbegegnungen wurden verloren. Bis zum Ende der Saison kamen dann ohne Fischer nur noch zwei Erfolge aus weiteren zwölf Spielen dazu. So kam es zum Abstieg in die Landesliga. Zwar war Fischer Mitte Januar wieder fit, wollte aber nicht mehr für die erste Mannschaft antreten. Stattdessen verhalf er der Wählitzer Reserve zum Klassenerhalt in der Landesklasse, "was das Team aber ohne ihn wohl auch geschafft hätte", sagt Weber.
"Ich wäre schon in der ersten Mannschaft geblieben, aber es gab Meinungsverschiedenheiten, über die ich nicht weiter reden möchte", erklärt Fischer. Weber spricht ebenfalls von persönlichen Differenzen, ohne deutlicher zu werden. "Auf alle Fälle war das ein herber Verlust für uns. Der 21-jährige Georg Richter mühte sich zwar nach Kräften, konnte den Ausfall von Fischer aber nie kompensieren", so Weber. Denn Fischer, der 2009 der Aufstiegsheld beim Qualifikationsturnier zur dritten Bundesliga war, gehörte in den ersten sechs Saisonpartien immer zu den besten drei Einzelspielern, schob konstant mehr als 900 Punkte.
Mir tut es wahnsinnig leid für meine Mitspieler, ich habe ihnen nie gewünscht, dass sie absteigen", sagt Fischer. Ob er in der neuen Saison wieder für die SG Wählitz I auf die Bahn treten wird, steht in den Sternen. Weber scheint aber schon anders zu planen. Denn mit Heiko Neuendorf vom Drittligisten Brehna präsentiert er bereits einen Neuzugang für die nächste Saison, "der Fischer zu 90 Prozent ersetzen soll und auch kann." Trotzdem werde der direkte Wiederaufstieg sehr schwer. "Die Landesliga Süd ist stark besetzt, vor allem da auch der SV Burgwerben mit abgestiegen ist und sich ebenfalls verstärkt hat", sagt Weber und verweist auf deren Neuzugang Dirk Schlaug, der Bundesligaerfahrung in Osterfeld gesammelt hat.
In Burgwerben plant man laut Vereinsvorsitzenden Jörg Walter ebenfalls mit dem direkten Wiederaufstieg in die Verbandsliga.