Silvio Lippert scheint nicht gerade jemand zu sein, der sich groß um die vorabendlichen Hitze beim Training schert. Der 28-Jährige scheuchte am Donnerstag knapp 30 Fußballerinnen ein ums andere Mal um den Nessaer Sportplatz. Weiter ging es ohne große Pause mit Kurzsprints, Dribblings und gemeinsamen Dehnübungen. Lippert hat bis zum 14. September einen Spezialauftrag: die noch junge Kreisauswahl der Frauenfußballer konditionell fit für das Freundschaftsspiel gegen Lok Leipzig machen.
Am Spielfeldrand war Matthias Matz unterdessen von den Socken, als er seinen Blick über den Nessaer Sportplatz schweifen ließ. Dort tummelten sich die Damen und ließen sich gleich von vier Trainern betreuen. "So viele hatte ich noch nie im Training", sagte er. Matz ist Mannschaftsleiter der Auswahl. Was er meinte ist zum einen die Größe des Kaders, aber auch die des Trainerstabes. Neben Silvio Lippert als Konditionstrainer kümmern sich noch Falk Graul als Defensiv-Trainer, René Pertzel als Coach für den Angriff und Sebastian Krohne als Torwarttrainer um die Frauen. Fast könnte man meinen, es handelte sich um einen Profiverein. "Wir nehmen das Ganze ernst", sagte Matz.
Knapp sechs Wochen bleiben dem Team, um aus der Ansammlung aus Spielerinnen aller möglichen Vereine eine Einheit zu machen. Und vor allem eine, die auf Großfeld spielen kann. Matz: "Die meisten Vereine spielen in der Kreisliga, dort wo nur Kleinfeld gespielt wird. Aber es gibt auch ein paar Mädels, die Erfahrung auf dem großen Feld haben. Die müssen wir jetzt mit gewinnbringend nutzen." Der erste Eindruck habe schon mal gestimmt, sagte er. Und das sowohl die Spielerinnen betreffend als auch die Trainer. "Man kann nur sagen, dass es im Burgenlandkreis recht viele Talente gibt. Und die haben uns heute schon gezeigt, was sie können. Die Trainer sind mit den Leistungen sehr zufrieden", sagt der Mannschaftsleiter.
Bis zum Spiel ist es trotzdem noch ein ganzer Batzen Arbeit. Silvio Lippert und die anderen werden die Damen wohl noch ein paar Mal um den Sportplatz jagen. Muskelkater dürfte vorprogrammiert sein. Doch selbst daran haben sie gedacht, denn zum Trainerstab gehört noch eine sechste Person, eine Physiotherapeutin. Eben wie in einem Profiverein.