Fußball: Der Patient TSV

07.05.2012 18:23 Uhr | Aktualisiert 07.05.2012 18:49 Uhr
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TSV Tröglitz

Ralf Bunzel (am Ball) und der TSV Tröglitz stecken mitten im Abstiegskampf aus der Kreisoberliga, obwohl sich die Mannschaft mit Händen und Füßen dagegen sträubt. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)

Von Ronny Banas
Tröglitz taumelt nach dem enttäuschenden 1:1 gegen Mertendorf immer weiter Richtung Abstieg aus der Kreisoberliga.
Tröglitz/MZ. 

Eine Viertelstunde vor Abpfiff der Kreisoberliga-Partie zwischen dem TSV Tröglitz und dem SV Mertendorf war Matthias Fahr fast nicht zu bremsen. Der Tröglitzer rannte jedem noch so weit weg geschlagenen Ball hinterher, dirigierte seine Vereinskollegen, gab Anweisungen und schrie zur Not auch mal über den ganzen Platz. So etwas nennt man dann wohl vollen Einsatz. Das Bemerkenswerte an der Sache: Fahr war zu diesem Zeitpunkt schon 20 Minuten gar nicht mehr auf dem Feld, wurde in der 55. Minuten ausgewechselt. Doch er wollte und konnte wohl nicht tatenlos zusehen, wie seine Elf, die zu diesem Zeitpunkt noch mit 0:1 in Rückstand lag, aufgab und eine weitere Niederlage einstecken musste. Man könnte es fast sinnbildlich für die derzeitige Situation des TSV sehen. Mit aller Macht versucht Tröglitz, aus der Krise zu kommen. Der Verbleib in der Kreisoberliga auch im zweiten Jahr scheint immer mehr in die Ferne zu rücken, auch wenn es am Montag noch zu einem in der Summe verdienten Punkt gereicht hat.

Sebastian Fleischer traf kurz vor Abpfiff per Handelfmeter zum 1:1 und sorgte dafür, dass sich sein Verein zumindest eine weitere Woche nicht auf einem Abstiegsrang befindet.

Ob das bis zum Saisonende gutgeht, darf hinterfragt werden. Die Fieberkurve des TSV zeigt schon länger nach unten, auch wenn sie nach dem Wochenende sogar noch um einen Platz geklettert ist. Am Sonntag waren es mehrere Faktoren, die dafür sorgten, dass es wieder mal nur zum Unentscheiden reichte. Fehlende Durchschlagskraft im Angriff, zu leichte Ballverluste in der Abwehr und zu wenig Initiative aus dem Mittelfeld. Hinzu kamen ein vom Regen aufgeweichter Platz und ein Gegner, der sich nach seiner Führung aufs Verteidigen beschränkte. Versucht haben sie alles, aber es hat nicht gereicht. "Es ist zurzeit wie verhext. Wir können machen, was wir wollen, aber es soll nicht sein", sagte ein enttäuschter Mannschaftsleiter Tobias Neupert. Viel hatten sie sich vorgenommen gegen einen Konkurrenten. Aber es war wie oft zuletzt. Tröglitz trifft einfach nicht. Kämpferisch kann man der Mannschaft auch beim Kellerduell gegen Mertendorf keinen Vorwurf machen. "Wir haben immer knapp verloren, kaum einmal viel Gegentore bekommen. Wenn wir jetzt noch etwas effektiver im Angriff sind, schaffen wir es", so Neupert weiter.

Am kommenden Sonntag steht der TSV wohl vor seinem ersten Endspiel. Der Gegner am Fünftletzten Spieltag heißt Motor Zeitz und hat sich in Markwerben schon einmal warm geschossen, gewann dort mit 5:1 . Und wäre das nicht alles schon schlimm genug, müssen Neupert und der TSV Tröglitz beim Gastspiel in der Elsterstadt auch noch auf Torjäger Christian Fahr verzichten. Dieser ist nach seiner gelb-roten Karte gesperrt. Bruder Matthias hingegen wird gefragt sein. Als Antreiber, Ballholer und Dirigent. Besser für seine Mannschaft wäre es, wenn er das auf dem Rasen und nicht daneben tun würde.