Sporas Marcus Piller (links) gibt sich alle Mühe, den Weißenfelser Tobias Bettermann zu stoppen. (FOTO: CARLO BÖTTGER)
Wenn man so will, kann man Rico Schneider als Indikator nehmen, wie es beim SV Spora derzeit so läuft. Auch beim 3:2-Heimerfolg gegen den 1. FC Weißenfels am Sonnabend sprach die Gestik des Sporaer Abwehrrecken Bände. In der ersten Halbzeit nämlich brüllte sich Schneider fast die Lunge aus dem Hals und versuchte, das Letzte aus seinen Vorderleuten herauszukitzeln. Ende des ersten Durchgangs stand es 1:1, Schneiders Methode schien zumindest ein bisschen von Erfolg gekrönt zu sein. Die Gastgeber gerieten durch Michael Sturms Tor in der 12. Minute schnell in Rückstand, kämpften sich aber ins Spiel zurück. Belohnt wurde das noch vor dem Wechsel. Nino Kloss (37.) brachte seine Mannschaft mit einem fulminanten Distanzschuss wieder auf Kurs.
In Halbzeit zwei hingegen war von Rico Schneider fast gar nichts mehr zu hören. Warum auch? Niemand hatte wohl an dem, was die Elf auf dem Platz zeigte, etwas zu meckern. Spora spielte gut, kämpfte verbissen und nahm das Spiel zusehends in die Hand. "Uns hat heute ausgezeichnet, dass wir nie aufgegeben haben", resümierte Trainer Udo Barth. Denn sein Team geriet zunächst erneut in Rückstand, als der Weißenfelser Kapitän Ronny Scharf einen Foulelfmeter trocken verwandelte (57.). Kurz geschockt reagierte Spora mustergültig und kam durch Florian Kröber keine zwei Minuten später zum verdienten Ausgleich. Und ab diesem Zeitpunkt hatte Rico Schneider in der Abwehr gar nichts mehr zu brüllen. Der Liga-Neuling drückte gen Weißenfelser Tor. Mit Erfolg. Was Sven Starke nach einer Großchance in der 70. Spielminute noch nicht vergönnt war, schaffte Oliver Pohl acht Minuten später. Spora startete einen überfallartigen Konter, Pohl musste allein vor Torwart Daniel Richter nur noch einschieben und sorgte erstmals für die Führung seiner Mannschaft. In der Folge passierte nichts mehr. Weißenfels versuchte zwar mit Mann und Maus die Niederlage abzuwenden, kam aber selten richtig gefährlich vor das Gehäuse von Sporas Schlussmann Jacob Mühlmann. "Das war ein immens wichtiger Sieg. Der Klassenerhalt ist greifbar", so ein erleichterter Udo Barth nach dem Schlusspfiff. In Sack und Tüten ist der Nichtabstieg zwar noch nicht, aber selbst die größten Pessimisten dürften wohl allmählich daran glauben, dass der SV Spora eine weitere Saison in der Landesklasse vertreten sein wird. Vier Spieltage vor Schluss trennen das Team sechs Punkte von einem Abstiegsplatz. Mannschaftsleiter Heiko Fahr brachte es auf den Punkt: "Noch ein Sieg, und wir sind durch." Gut möglich, dass dieser vielleicht der schon nächste Woche beim Auswärtsspiel bei der TSG Wörmlitz-Böllberg ist. Das nötige Selbstvertrauen dürften sie seit Sonnabend haben. Und im Zweifel, wenn es nicht so gut läuft, ist ja immer noch Rico Schneider da und kann sein Team nach vorn brüllen. Es scheint ja zu helfen.
Spora: Mühlmann, Würfel, Beer, Kloss, F. Kröber (90. Zeh), Starke, Daumann (88. Hennig), Piller, Pohl (90. S. Hüfner), D. Kröber, Schneider