Sportgeschichte: Vor 50 Jahren DDR-Schülermeister

31.07.2012 18:35 Uhr | Aktualisiert 31.07.2012 19:21 Uhr
Hinten von links: Walter Härtel (Trainer), Erich Fichtler, Dieter Hempel, Hans-Jürgen Schröder, Roland Nowotny, Horst Vogt und Peter Schäfer.Mitte von links: Dietmar Götze, Wolfgang Reinhold, Klaus Bauer, Lothar Mauß und Rüdiger May.Vorn von links: Rainer Lohmann, Klaus Bergner und Hans-Jürgen Müller. (FOTO: ARCHIV) 
Von Walter Böttner
Das Team um Wolfgang Reinhold und Hans-Jürgen Schröder wurde vor fünf Jahrzehnten unter Trainer Walter Härtel DDR-Schülermeister in Bad Schmiedeberg. Ein Ausdruck der kontinuierlichen und hervorragenden Nachwuchsarbeit bei Chemie Zeitz.
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Zeitz/MZ. 

Wolfgang Reinhold und Hans-Jürgen Schröder genießen das verdiente Rentnerdasein. Beide können stolz auf ein Ereignis zurückzublicken, welches vor einem halben Jahrhundert nicht nur in Zeitz für Schlagzeilen sorgte. Das Team um Reinhold und Schröder wurde vor fünf Jahrzehnten unter Trainer Walter Härtel DDR-Schülermeister in Bad Schmiedeberg. Ein Ausdruck der kontinuierlichen und hervorragenden Nachwuchsarbeit bei Chemie Zeitz. "Es war ein langer und beschwerlicher Weg", erinnert sich Reinhold. Denn an der DDR-Bestenermittlung beteiligten sich fast 4 000 Schülermannschaften. Von Kreismeisterteams über die Bezirksmeisterschaft, anschließend Ausscheidungsspiele und dann spielten die besten acht Bezirksmeister im Rahmen eines einwöchigen Zeltlagers den Titel aus.

Schröder indes verweist auf die Glückszahl 13 für die Zeitzer. "Wir schliefen im Zelt mit der Nummer 13, saßen am Mittagstisch 13 und am 13. Juli fand das Endspiel statt", erinnert er sich. Als Hallenser Bezirksmeister mussten sich die Chemiker vorab in einem Ausscheidungsspiel noch gegen den Meister aus dem Bezirk Leipzig durchsetzen, ehe die Teilnahme am Endrundenturnier der besten acht Vereinsmannschaften gesichert war.

Trainerfuchs Walter Härtel ließ für damalige Verhältnisse schon ein moderneres System spielen, hatte seine Jungs hervorragend motiviert und taktisch gut eingestellt.

Chemie Zeitz musste sich in Staffel B mit der TSG Wismar, SC Traktor Schwerin und Stahl Eisenhüttenstadt auseinandersetzen. Im ersten Match sorgten die Elsterstädter für einen Paukenschlag und fertigten Vorjahresmeister TSG Wismar durch Tore von Hempel (3), Nowotny (2) und Fichtler (2) mit 7:0 ab und verschafften sich damit bei der übrigen Gegnerschaft sehr viel Respekt. In der zweiten Begegnung trafen die jungen Chemiker auf den SC Traktor Schwerin, die bereits Stahl Eisenhüttenstadt mit 2:0 besiegt hatten. Die taktische Umstellung von Härtel, der setzte Stürmer Hempel diesmal in der Abwehr gegen einen starken Schweriner Angreifer ein, ging voll auf und seine Schützlinge gewannen 3:1.

Zeitz bot eine geschlossene Mannschaftsleistung und neben Angreifer Nowotny, der alle drei Treffer erzielte, verdiente sich Läufer Reinhold noch Bestnoten. "Der Staffelsieg war uns nicht mehr zu nehmen, da Wismar gegen Eisenhüttenstadt 2:1 gewann", erinnert sich Reinhold.

In der letzten Begegnung gegen Stahl Eisenhüttenstadt wurden Mittelstürmer Schröder und die Läufer (Mittelfeldspieler) Reinhold und Mauß geschohnt, dafür kamen Götze, May und Voigt zum Einsatz. Die Mannschaft kontrollierte das Spiel und am Ende hieß es 0:0. Da vorher Schwerin mit 3:1 gegen Wismar die Oberhand behielt, stand Chemie Zeitz mit 5:1 Punkten und 10:1 Toren im Endspiel. Im Finale gegen Bautzen konnte sich Chemie spielerisch noch einmal steigern und lag zur Pause durch Nowotny (später HFC) und Schäfer 2:0 in Front. Mit einem Hattrick machte Hempel (später Dynamo Berlin) den 5:0 Sieg perfekt. Hempel und Nowotny waren mit je sechs Treffern beste Torschützen der Meisterschaft. Das Los entschied für Hempel, der dafür einen Füllhalter als Geschenk erhielt.