Michael Dunsch begann 1993 bei Eintracht Profen mit dem professionellen Lauftraining. Inzwischen trat er auch bei vielen Marathonläufen in anderen Ländern an. (FOTO: CORINA WUJTSCHIK)
"Jeder Mensch hat Ausdauer, aber die meisten nur bei ihrer Lieblingsbeschäftigung", sagt Michael Dunsch aus Raba zwinkernd. Da schließt sich der 57-Jährige selbst gar nicht aus. Jedoch benötigt er Ausdauer in besonderem Maße. Und zwar in solchem, dass er es stets bis zur Ziellinie schafft. Michael Dunsch ist ambitionierter Weitstreckenläufer und hat schon an so manchem großen Marathon teilgenommen.
Der 40. Guts Muths Rennsteiglauf ("Wer war Gutsmuths?") im Mai diesen Jahres war seine bisher größte Herausforderung. 72,7 Kilometer hatten die Teilnehmer des Supermarathons durch den Naturpark Thüringer Wald zu bewältigen. Dunsch kam nach sieben Stunden und 49 Minuten als 640. ins Ziel. Insgesamt hatten über 2 000 Läufer an dem Supermarathon teilgenommen. "In meiner Alterskategorie, also den Männern über 55, machte ich sogar den 46. Platz." Der Marathon durch den Thüringer Forst wird von Kennern häufig als die Königsstrecke des Rennsteiglaufs bezeichnet. Kein Wunder - hat die Strecke doch Höhenunterschiede von über 2 400 Metern. "Solche Läufe über Land kann man mit den ebenen Strecken in Städten gar nicht vergleichen", weiß der erfahrene Sportler.
Joggen war immer ein großes Hobby von Dunsch. Schon während seiner Zeit bei der Berufsfeuerwehr liebte er es nach Feierabend ein paar Kilometer zu laufen und dabei abzuschalten, verrät der heutige Kriminalbeamte. 1993 begann er bei Eintracht Profen mit dem professionellen Lauftraining. "Ich war damals überrascht von der Leistungsstärke der anderen, teils viel älteren Läufer", erinnert er sich. "Doch gerade in diesem Sport kann man sich durch intensives Training unglaublich steigern, was sich auch bei mir nach einiger Zeit zeigte." 2006 trat Dunsch dann in den Verein FSV Meuselwitz ein, bei dem er auch heute noch seine wöchentlichen Trainingseinheiten absolviert.
"Normalerweise trainiere ich drei mal wöchentlich", erklärt der Rabaer, "jeden Donnerstag treffe ich mich mit den Vereinskameraden auf der Meuselwitzer Sportstätte und wir laufen gemeinsam zehn bis 15 Kilometer." Er übertreibe es nicht, zumal er ja auch lediglich nach Feierabend und an den Wochenenden Zeit habe: "In normalen Wochen komme ich auf ein Laufpensum von etwa 25 bis 30 Kilometer. Wenn ein Marathon ansteht, wird das Training natürlich intensiviert. Dann können es auch gern mal 60 Kilometer werden."
Seit zirka fünf Jahren nehme Dunsch zudem an Triathlons teil. "Beim Schwimmen schaffe ich zwar nur kürzere Distanzen und auch beim Radfahren zähle ich eher zum Mittelfeld - dafür hole ich natürlich auf den zu laufenden Kilometern immer noch einiges heraus." Im Winter ziehe es ihn in die Berge, zum Skifahren. "Letztes Jahr war ich in den italienischen Dolomiten und davor häufig im tschechischen Riesengebirge", berichtet er. Er sei als Kind schon gerne Ski gefahren und empfinde den Wintersport gerade heute als tolle Abwechslung zum Marathonlauf.
Michael Dunschs erster Wettkampf war der Halbstundenlauf in Profen am 14. Juli 1993. Zwar hatte dieser lediglich eine Wegstrecke von etwas über sechs Kilometern, doch sei das für einen Marathon-Neuling eine durchaus beachtliche Leistung, so Dunsch. "Für einen ungeübten Läufer wäre das nicht machbar gewesen." Auch bei vielen Marathons im Ausland sei er schon angetreten, wie zum Beispiel auf Zypern im Jahre 2009 oder 2008 in Stockholm. Läufe in Wien und Prag seien bereits fest eingeplant. "Und ich wurde von einem Freund zum Berlin-Marathon eingeladen. Darauf freue ich mich schon riesig!" Im nächsten oder übernächsten Jahr wolle er zudem erneut am Guts Muhts Rennsteiglauf teilnehmen: "Der Supermarathon war eine ganz besondere Erfahrung und hat mich noch mehr motiviert. Ich möchte unbedingt noch einmal antreten und mein Abschneiden beim ersten Mal noch verbessern."