Volleyball: Nicht auf Biegen und Brechen

02.05.2012 18:31 Uhr | Aktualisiert 02.05.2012 18:46 Uhr
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Mark Siebeck und Christian Langer

Blocken Mark Siebeck und Christian Langer (v. r.) wie hier gegen Friedrichshafens Thomas Jarmoc auch nächstes Jahr für die Piraten? (FOTO: PETER WÖLK)

Von Birger zentner
Der CV Mitteldeutschland bastelt an seiner Mannschaft für die nächste Saison und setzt dabei auf wirtschaftliche Solidität und langfristige Strategie.
spergau/MZ. 

Schon wieder nur Achter und in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden. Ich will mal etwas Neues sehen bei Chemie Volley Mitteldeutschland in Leuna-Spergau. "Mag sein, dass mancher Fan so denkt, aber ich glaube, man muss das Thema anders betrachten", sagt Rick Wiedersberg, Teammanager der Spergauer Volleyball-Piraten. Seine Sicht: "Wir sind nach wie vor die erste Adresse im mitteldeutschen Volleyball, nächstes Jahr spielen wir die sechste Saison hintereinander in der deutschen Eliteliga, und wir stehen auf wirtschaftlich soliden Füßen."

So gesehen lässt auch der Vereinsvorsitzende Peter Kurzawa keinen Zweifel über die Bewertung der vergangenen Saison. "Sie war wieder ein Fortschritt und das kann man nicht allein an der Platzierung festmachen." Gemeint ist vor allem, dass es nach der Katastrophensaison 2010 / 11 gelungen ist, die Mannschaft wieder in stabiles Fahrwasser zu bringen. Und tatsächlich verdient es Aufmerksamkeit, dass der CVM nicht den Versuchungen erlegen ist, Geld anzufassen, das er nicht hat, um den Kampf in der ersten Bundesliga zu bestreiten. Andere Teams wie zuletzt Gotha haben ihre ungedeckten Schecks letztlich mit der Insolvenz bezahlt.

"Darüber sind sich alle einig", so Wiedersberg, "ein solches wirtschaftliches Vorgehen kommt für uns nicht in Frage." Möglicherweise erweist sich das für die neue Saison als Vorteil. Bei den Piraten häufen sich die Anfragen von Spielern für eine Verpflichtung "Sie wissen, dass wir keine Höchstgagen zahlen, aber bei uns bekommen die Spieler ihr Geld regelmäßig und pünktlich", sagt Wiedersberg.

Dennoch wird sich der Kader für die nächste Saison erst so nach und nach herauskristallisieren. Alle Verträge sind zum Saisonende ausgelaufen. Zur Philosophie des CVM gehört es, nur Jahresverträge abzuschließen. Jüngere Spieler suchen derzeit nach beruflichen Perspektiven, ältere überlegen, ob sie noch ein Jahr dran hängen. Wiedersberg schließt momentan niemanden grundsätzlich aus. Dennoch geht er davon aus, dass sich das Gesicht der Mannschaft deutlich verändern wird.

Nicht zuletzt wird das auch davon abhängen, ob sich Verein und Trainer einig werden. Man möchte gern weiter zusammenarbeiten, bestätigt Kurzawa. "Aber Matthias Münz möchte eine Mannschaft, die wir nicht bezahlen können", so Wiedersberg. Also geht man in nächster Zeit gemeinsam auf Kompromisssuche und wird sehen, ob man dabei fündig wird.

Nach wie vor wollen die Verantwortlichen des CVM eine langfristige Strategie verfolgen. "Ich bin zwar kein Träumer", so Wiedersberg, "aber wir haben hier das Potenzial, in einigen Jahren auch etwas Internationales anbieten zu können." Aber es brauche eben Zeit, ehe man sich Platz vier oder fünf der Liga vornehmen kann. Auf Biegen und Brechen will das in Spergau keiner, denn dann könnte das Ende vorher kommen. Also wird wohl auch im nächsten Jahr der achte Rang mit Wunschziel Platz sieben zwar kein neues, aber ein erstrebenswertes Ziel sein.