Steffen Hebestreit (FOTO: MZ)
Jetzt hat es auch der Verteidigungsminister gesagt, das Wort "Abzug". In zweieinhalb Jahren soll sich die Bundeswehr aus Afghanistan zurückziehen - und Mensch, Maschinen und Material vom Hindukusch nach Deutschland abtransportieren. Kommando: Abrücken.
Was Thomas de Maizière nüchtern als "schwierigen Prozess" verklausuliert, ist in Wahrheit ein ziemlicher heikler Balance-Akt bis Dezember 2014. Noch haben die knapp 5 000 Bundeswehr-Soldaten in Afghanistan vor allen Dingen einen Auftrag: die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden und anzuleiten sowie zeitgleich für Sicherheit und Stabilität in dem Land zu sorgen. Es wird weiterhin geschossen und gekämpft in Afghanistan.
In der öffentlichen Wahrnehmung verliert dieser eigentliche Auftrag der Bundeswehr aber an Bedeutung. Der lang ersehnte Abzug steht für viele im Vordergrund und die Frage, wie Personal und Ausrüstung heil nach Deutschland kommen. Doch jede Schließung eines Stützpunktes macht die Bundeswehr am Hindukusch verwundbarer. De Maizière muss aufpassen, dass keine falschen Erwartungen geweckt werden. Noch sind es 30 Monate, bis die Soldaten heimkehren.
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