Josef Schlarmann ist so etwas wie der Wolfgang Kubicki der CDU. Allerdings: Anders als der Klabautermann der FDP von der Küste hat der Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung noch keine Wahl gewonnen. Aber wenn es um die härtesten Sätze gegen die Kanzlerin geht, ist Schlarmann unschlagbar. So wird einer Liebling der Medien. Doch das war's dann auch. In weiser Selbsteinschätzung versucht der Kritiker vom Dienst erst gar nicht, in seiner Partei um Mehrheiten für seine Position zu kämpfen. Hauptsache, sein Name steht richtig geschrieben in der Zeitung.
Ganz unverdient hat Angela Merkel diesen Clown mit der Pappnase des Kritikers allerdings nicht bekommen. Ernsthaft fördert die Kanzlerin eine kritische Debatte in ihrer Partei nicht. Aber wo liegt der Unterschied zu ihren Vorgängern? Von Konrad Adenauer bis Helmut Kohl haben erfolgreiche Kanzler ihre CDU als autoritär auf ihre Person ausgerichteten Wahlverein geführt.
Merkel steht also in einer guten schlechten Tradition. Auch sie wird irgendwann zu spüren bekommen: Wer nur noch Schlarmänner als Kritiker hat, der setzt seine Macht aufs Spiel, weil er nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu korrigieren.
Kontakt zum Autor: Thomas Kröter