Aufmerksamkeit zu erzielen, ist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gelungen. Schließlich sind fast alle Bürger betroffen, wenn es um neue Autokennzeichen geht. Durchdacht ist der Plan des Ministers, nach dem auch kleine Städte wie Aken und Bad Lauchstädt eigene Kennzeichen bekommen können, aber nicht.
Da ist zunächst der Aufwand. Sicher würde sich nicht jede der 11 200 Gemeinden in Deutschland für ein eigenes Kennzeichen entscheiden. Gleichwohl wäre es eine lästige Aufgabe, alle Kennzeichen abzugleichen, um Doppelungen zu vermeiden. Auch Ramsauers Argument, die regionale Identifikation stärken zu wollen, überzeugt nicht. Nach mehreren Gebietsreformen haben sich in Sachsen-Anhalt viele Menschen gerade mit den neuen Strukturen arrangiert und sind nun mitunter stolz mit neuem Kennzeichen unterwegs - etwa für den Harzkreis. Zusätzliche Kennzeichen für kleine Städte wären kontraproduktiv.
Auch für die eigene Vermarktung dürfte das Konzept nichts bringen. Selbst Befürworter regionaler Kennzeichen räumen ein, dass für einen Werbeeffekt eine gewisse Mindestgröße der Städte nötig ist. Damit ist Ramsauers Idee eigentlich schon vom Tisch.
Kontakt zum Autor:Christian Schafmeister