B 6n: Schneller als sein Schatten

09.05.2012 20:53 Uhr | Aktualisiert 09.05.2012 21:27 Uhr
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Kai Gauselmann

Kai Gauselmann (FOTO: MZ)

Kai Gauselmann hält den Vorstoß des Ministerpräsidenten nach dem Autobahn-Status für die B 6n für politisch riskant.
Halle (Saale)/MZ. 

Falls die B 6n zur Autobahn wird, müssen im günstigsten Fall nur Schilder getauscht werden. Im schlimmsten Fall werden Standstreifen aus- oder neugebaut werden müssen. Aber das ist nur Spekulation. Genaues weiß man nicht, vor allem nicht über mögliche Kosten und wer zahlen müsste. Denn Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat seine Autobahn-Forderung in Halberstadt aus der Hüfte geschossen: Die fachliche Prüfung im Landes-Verkehrsministerium steht noch aus, auch das Gespräch mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Handfest ist bisher nur die Aussage einer Sprecherin Ramsauers: Eine Absage.

Es kann auch gut sein, wenn Haseloff gelegentlich politisch schneller zieht als sein Schatten. Bei Marketing-Aktionen wie dem Rückkehrer-Stammtisch ist diese agile Art eine Qualität. Bei Infrastrukturmaßnahmen kann sie Makel sein. Der Vorstoß eines Regierungschefs weckt enorme Erwartungen vor Ort - produziert aber Frust und beschädigt Haseloffs Glaubwürdigkeit, wenn dann nichts passiert. Deshalb wirkt Haseloffs Vorstoß vorschnell und unkoordiniert. Dazu passt: Der zuständige Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) war nicht mit in Halberstadt. Er ist im Urlaub.

Kontakt zum Autor: Kai Gauselmann