Die Bilder sind grotesk. Da stehen sich zwei Badminton-Doppel auf dem Platz gegenüber und schlagen reihenweise ihre Aufschläge ins Netz oder ins Aus. Alles mit dem Ziel, ja nicht zu gewinnen. Denn wer verliert, das ist klar, würde nach Abschluss der Gruppenphase in den Folgerunden leichtere Gegner bekommen.
Der internationale Verband hat auf das bizarre Schauspiel am Mittwoch reagiert und acht Doppel von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Eine Entscheidung, die man überaus kontrovers diskutieren kann.
Klar, absichtlich zu verlieren, widerspricht der Grundidee des Sports. Wenn man dann auch noch weiß, dass sich selbst die Weltranglistenersten für diesen Quatsch hingegeben haben, dann ist das völlig inakzeptabel.
Es gibt nur dummerweise auch die Kehrseite der Medaille. Ein Gruppensystem öffnet nämlich häufig Tür und Tor für solche Manipulationen. Das Fußballspiel Deutschland gegen Österreich bei der WM 1982 ist zur Legende geworden. Der Badminton-Verband ist deshalb in der Pflicht, diesen Systemfehler zu beheben. Er muss durchgreifen und den Modus verändern in ein reines K.o.-System. Nur dann ist der Ausschluss als Maßnahme glaubwürdig.
Kontakt zum Autor: Christian Elsaeßer