Bernd Salzmann (FOTO: MZ)
Der Bund brüskiert die Privatkunden der Deutschen Finanzagentur. Am Dienstag wurden die Kleinanleger überraschend auf der Homepage des Schuldenmanagers informiert, dass sie künftig unerwünscht sind. Zuvor waren bereits Einzelheiten der Pläne an die Medien durchgesickert. Das ist ganz schlechter Stil.
Die Finanzagentur selbst, die als Dienstleister für den Bund tätig ist, trifft daran keine Schuld. Sie verfolgte ganz andere Pläne: Die Agentur wollte den privaten Kunden zusätzliche Finanzprodukte anbieten. Ein sparplanfähiges Produkt mit dem internen Namen "Schatzdepot des Bundes" war bereits fertig entwickelt und lag dem Finanzministerium seit Monaten zur Genehmigung vor. Der Ausbau des Privatkundengeschäfts wäre der richtige Weg gewesen.
Gegenüber den Kunden ist die Entscheidung eine Unverschämtheit, der Zeitpunkt könnte nicht schlechter gewählt sein. Erst vor wenigen Monaten mussten sie sich aufwendig bei der Finanzagentur legitimieren, um dem Geldwäschegesetz Genüge zu tun. Wichtiger noch: In der Krise wird den Sparern eine sichere Anlagemöglichkeit genommen. Triumphieren kann nun die Finanzlobby. Vor ihr ist Berlin eingeknickt.
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