Über das Versagen des Bundeskriminalamts (BKA) haben in den letzten Monaten alle deutschen Zeitungen berichtet - BKA-Chef Jörg Ziercke wird Ende des Jahres regulär in den Ruhestand gehen. Das Versagen des Bundesamtes für Verfassungsschutz ist mittlerweile sogar legendär - sein Präsident, Heinz Fromm, hat für Ende Juli um seine Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand ersucht. Über gravierendes Versagen der Bundespolizei hingegen ist seit Jahren nichts bekannt geworden - aber nicht nur ihr Chef, sondern ihre gesamte Führungsspitze wird jetzt vom Bundesinnenminister davongejagt, als hätte sie Dienstgeheimnisse meistbietend an die Mafia verhökert oder islamistischen Terroristen einen roten Teppich ausgelegt.
Die Gründe des Rauswurfs sind nicht bekannt. Seit Monaten kursierten unwidersprochen Spekulationen über die Absicht des Ministeriums, das Renommee der Polizeiführung mittels Gerüchten und falscher Verdächtigungen zu vernichten. Das ist offenbar gelungen.
Die Polizeigewerkschaften haben das Vorgehen Hans-Peter Friedrichs (CSU) als "menschlich unanständig" beklagt. Das ist eine fast schamlose Untertreibung.
Kontakt zum Autor:Christian Bommarius