DDR-Heimerziehung: Erschütternd

13.06.2012 19:59 Uhr | Aktualisiert 13.06.2012 21:17 Uhr
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Katja Tichomirowa

Katja Tichomirowa (FOTO: MZ)

Katja Tichomirowa kritisiert die späte und schleppende Aufarbeitung der Heimerziehung in beiden deutschen Staaten.

Vierzig Millionen Euro sollen ab dem 1. Juli 2012 helfen, Unrecht wieder gut zu machen, dass an ehemaligen Heimkindern in der DDR begangenen wurde. Im besten Fall kommt die Hilfe aus dem Fonds Heimerziehung Ost den Opfern zwanzig Jahre nach der erlittenen Qual zugute. Oft liegen Demütigung und Zwang noch länger zurück. Wieder gut machen lässt sich das Unrecht kaum. Nach zwanzig Jahren werden auch Therapien die Folgen bestenfalls mildern können.

Man könnte finanziell selbstverständlich mehr tun. Die Vorschläge für angemessene Entschädigungen sind bekannt. Überlebenswichtig für die Betroffenen aber ist die Anerkennung ihrer gebrochenen Biografien und eine Rehabilitierung, die sie zurück holt in die Mitte der Gesellschaft.

Wer Berichte über die Heimerziehung in beiden deutschen Staaten liest, muss bedauern, dass die Aufarbeitung mit Jahrzehnten Verspätung geschieht. Es ist so erschütternd wie hilfreich für das Verständnis des jeweils eigenen Staates zu erfahren, wie er mit Kindern und Jugendlichen umging, die er für "gefährdet" hielt. Hier wie dort schleppte sich das Unrecht der Schwarzen Pädagogik noch durch Generationen.

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