Markus Decker (FOTO: MZ)
Fünf Stunden haben die führenden Köpfe der Linkspartei am Dienstag zusammengesessen. Doch genützt hat es erstmal nichts. Die 100 000 -Dollar -Frage lautet unverändert: Oskar Lafontaine oder Dietmar Bartsch? Gut möglich, dass die Antwort erst auf dem Parteitag gegeben wird.
Dass der Streit, wie man hört, kultiviert ausgetragen wurde, ist ein gutes Zeichen, löst aber die vielen Probleme nicht. Ein Problem besteht darin, dass vor allem die jungen Ostler Lafontaine als autoritär wahrnehmen und sich ihm nicht unterordnen wollen. Darüber hinaus ist strittig, ob der nächste Bundesvorsitzende auch automatisch Spitzenkandidat für die Bundestagswahl 2013 werden soll. Der Saarländer sieht das so, seine Gegner eher nicht. Dabei sind das bei weitem nicht alle Differenzen. Ungeklärt ist beispielsweise die Haltung gegenüber der SPD, ja die Haltung zur Macht überhaupt. Wollen die Linken nur Protest-, oder auch Gestaltungspartei sein?
Es geht nicht bloß um Personen. Es geht um die vielen Widersprüche der Linken. Es geht um alles. Die Partei muss mit den Widersprüchen leben. Doch sie kann nicht mit ihnen leben. Das ist der Kern des Trauerspiels, das wir sehen.
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