Euro-Krise: Finger im Wind

25.07.2012 19:35 Uhr | Aktualisiert 25.07.2012 20:41 Uhr
Kai Gauselmann (FOTO: MZ) 
Kai Gauselmann macht der Negativ-Ausblick von Moody's für das Land keine Sorgen. Die Krise wird immer noch in Athen entschieden.
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Die Ratingagentur Moody's hat Sachsen-Anhalt zwar einen Negativ-Trend attestiert. Aber das Land gehört weiter wie Deutschland insgesamt zu den Finanz-Strebern in der Welt. Außerdem haben diese Agenturen an Glaubwürdigkeit verloren. Auch sie haben die Finanzkrise nicht kommen sehen: Und tun trotzdem so, als basierten ihre Urteile mit einer mathematischen Präzision auf Naturgesetzen - wo in Wahrheit der Mensch und sein Verhalten die entscheidende Größe ist. Die Prognose kann zwar teuer werden, wenn Anleger höhere Zinsen verlangen. Aber da ist Luft nach oben. Das Land muss derzeit für Anleihen Zinsen unter der Inflationsrate zahlen: Investoren verzichten also auf Geld für eine sichere Anlage.

Der Blick muss weiter nach Athen gehen, nicht nach Magdeburg. Das Horrror-Szenario bleibt die Griechen-Pleite: Mit Euro-Austritt, Domino-Effekt auf andere Länder, Deutschland muss die Milliarden-Sicherheiten zahlen, die D-Mark kehrt zurück, deutsche Produkte werden teurer und der Export lahmt, die Wirtschaftsleistung sinkt, die Arbeitslosigkeit steigt... Davor muss man sich fürchten, nicht vor Moody's. Die halten auch nur den feuchten Finger in den Wind.

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